Wo bitte liegen die Scilly Islands? Diese spannende Frage beschäftigte so ziemlich alle der knapp 400 Passagiere der MS Hamburg, dem kleinsten Kreuzfahrtschiff Deutschlands. Auf der Route „die schönsten Häfen in England und Irland“ hatten wir zuvor schon Liverpool, Dublin und Cork passiert und waren auf dem Wasserweg nach Dover und London. Wie aus heiterem Himmel entschloss sich unser Kapitän Igor Gabor noch vor den Scilly Islands zu ankern. Die beste Idee und eines der Highlights dieser Reise! Ein zweites sollte unmittelbar darauffolgen.

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Auf Entdeckungstour mit der MS Hamburg
Größer konnte der Kontrast auf dieser Schiffsreise nicht sein: Nach der Beatles Stadt Liverpool mit Hafencharme, wo wir durch die Albert Docks schlenderten und die Denkmäler der Stadt bewunderten, dann in Dublin mit U2 Musik in den Straßen dem Guinness-Bier im gleichnamigen Storehaus huldigten und in der ehemaligen Kultur-Hauptstadt Cork die neugotische Fin Barre´s Kathedrale und den English Market besichtigten und von wo – man erinnert sich – die Titanic 1912 in ihr Schicksal segelte, konnten wir endlich dem Geheimnis der Scilly-Inseln auf den Grund gehen – mit purer Entschleunigung und dem Wunsch einmal wieder zu kommen.

Aus Silly wurde Scilly – das klingt doch besser – oder?
Dieser Archipel, bestehend aus rund 140 Inseln und Inselchen liegt etwa 45 Kilometer südwestlich von Lands End, dem westlichsten Punkt Englands und kann gut und gerne mit dem Rosamunde-Charme von Cornwall mithalten. Den Titel „Best of Britain“ durfen sich die fünf bewohnten Inseln St. Mary’s, Tresco, St. Martin’s, Bryher und St. Agnes mit ihren insgesamt 2200 Einwohnern auf die Fahnen schreiben, nicht nur wegen des milden Klimas, auch wegen der traumhaften Strände mit türkisfarbenem Wasser und der exotischen Vegetation. Vielleicht auch wegen der Abgeschiedenheit, die zunehmend die High-End Gesellschaft goutiert. Wir erreichten die Inselgruppe mit der MS Hamburg morgens früh bei bestem Wetter und ruhiger See. Nichts schöner, als dann mit den Tenderbooten im Morgenlicht wahlweise zur größten Insel St. Marys oder zur Blumeninsel Tresco zu schippern. Wir entschieden uns für Marys Habour und der Stadt HughTown und flanierten auf der Hugh Street, zwischen Häuserreihen aus grauem Granit und weiß getünchten Fassaden, kleinen Läden mit Schmuck und Kleidung. Im Pub „The Mermaid Inn“ gab es einheimisches Bier und man hatte den Eindruck „hier ist die Zeit stehengeblieben“. Das Städtchen selbst hat man dann schnell durchlaufen bis man am Porthmellon Beach landet, um auf einem der Holzbänke dem Treiben am Strand zuschauen zu können. Zu den schönsten Stränden auf St. Mary’s zählt der Pelistry Beach & Town Beach. Im Winter soll es so warm sein, wie in Nizza, was den „Scillies“ das Synonym „Côte d’Azur Englands“ einbrachte. Auch wenn man nur ein paar Stunden diese entspannte Inselkultur erlebt, bleibt diese als besonderes Reiseziel in bleibender Erinnerung – es hebt sich ja deutlich vom Rest Großbritanniens ab.
Nach diesem entspannten Tag und voll der Eindrücke genoss man das freundliche Wellcome der Crew an Bord, den Cocktail des Tages „Shining Scilly“ und wie schon Tage davor das exzellente 5-Gänge-Menü im Restaurant Palmgarten. Als kleiner Höhepunkt im Bordgeschehen gilt auch die „MS Hamburg-Crew-Show“ mit echten Talenten, was Singen, Tanzen und kabarettistische Einlagen betrifft. Ein tosender Applaus beendete die Performance der „Künstler“.
Von den weißen Klippen in Dover nach London Tower Bridge
Sie gelten als das ikonischste Highlight der Hafenstadt in Kent, bieten atemberaubende Ausblicke über den Ärmelkanal und symbolisieren für viele den Eintritt nach Großbritannien. Schon von Weitem sahen wir die bis zu 106 Meter hohen Kreidefelsen mit Wanderwegen und National-Trust-Besucherzentrum aber entschieden uns für einen Besuch der Kathedrale von Canterbury, als ein Meisterwerk romanischer und gotischer Architektur und spirituelles Zentrum der anglikanischen Kirche. Umringt von urigen Pubs, kleinen Second-Hand-Läden, gemütlichen Restaurants und holperigen Sträßchen liegt der Sitz des Erzbischofs von Canterbury in einer ruhigen Parkanlage und ist heute als UNESCO-Weltkulturerbe auch ein berühmter Wallfahrtsort. Besonders markant sind hier der 75 Meter hohe Bell Harry Tower, die Buntglasfenster aus dem 13. und die Krypta aus dem 11. Jahrhundert mit den Resten Vorgängerkirche und Schatzkammer. Zurück an Bord beobachtet man das „Leinen los“, genießt Abend-Buffett oder feines Menü, und trifft sich zur Zauberei in der Lounge. Ein Late-Night-Special mit Balladen beschließt dann den Tag.

6:15 London Tower Bridge
An nächsten Tag war an Ausschlafen nicht zu denken. Jeder wollte möglichst früh an Deck sein, um die Einfahrt nach London nicht zu verpassen, auch wenn es noch nachtdunkel war. Und so erlebten wir die Einfahrt auf der Themse, was nur so kleinen Schiffen, wie der MS Hamburg gelingt: Während London noch schläft, gleiten wir lautlos an Neon beleuchteten Gebäuden, Häfen und Häuserzeilen vorbei Richtung Tower Bridge. Die Ikone der Stadt, 1894 gebaut ist 42 Meter hoch und ein viktorianisches Meisterwerk aus Stahl und Stein, das beleuchtet durch Lichterketten die Einfahrt nach London City signalisiert. Und pünktlich um 6:15 Uhr öffnet sie sich langsam, wie im Film und lässt uns passieren. War es ein Traum? Der Blick zurück bestätigt es – wir haben gerade das Tor zur Stadt durchschifft. Kann man dieses Erlebnis noch toppen, fragen wir uns, denn der Tag ist noch jung und die vibrierende Stadt wartet. Was macht man ohne große Planung in London? Man bucht eine Bus-Tour, um bequem unter freiem Himmel all die Highlights vorgeführt zu bekommen: Sie dauert etwa 2,5 Stunden und führt vorbei an Big Ben, Houses of Parliament, Westminster Abbey, London Eye, Tower Bridge, Tower of London und St. Paul’s Cathedral. Am Trafalgar Square gibt es einige witzige Pubs und Restaurants für einen Stopp und die besten Fish & Chips, die man je gegessen hat. Wie schön, dass die MS Hamburg direkt am Museumsschiff HMS Belfast angelegt hat. Mit den Tendern gelangt man dann direkt ans Millennium Pier und hat die Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe. Besser geht´s nicht. Am Ende dieses doch aufregenden Tages ist man echt froh, wieder die „Hamburg“ zu betreten, wo schon der Signature Cocktail für diesen besonderen Tag wartet – ein „Tower Bridge Special“ – nicht nur schön anzusehen, sondern auch fruchtig-lecker. Das anschließende Gala-Dinner mit Gala-Abschieds-Show soll Lust auf die nächste Cruise mit der MS Hamburg machen: zum Beispiel mit „Guinness, Beatles und die Tower Bridge“ vom 17. bis 29. April 2026 für 1.999 Euro und weiteren Angeboten.

Sonne pur mit Erholung auf See
Auf die Frage der neugieren Daheimgebliebenen: „Na, wie war das Wetter? Grau-in Grau, verregnet oder alles im Nebel – eben typisch für England/Irland“? Alles mussten wir verneinen, denn der Wettergott war äußerst gnädig auf dieser Reise mit vielen Sonnenstunden, frischer Meeresbrise und kühlen Morgen-und Abendstunden. So wurde auch der Seetag zum reinen Genuss – mit warmen Sonnenstrahlen an Deck, perfekt zum Chillen auf den Sonnenliegen. Dass es dazu noch bayerische Schmankerln gab, die in Lederhose und Dirndl serviert wurden, war der Münchner Oktoberfest-Zeit geschuldet. Eine kulinarische Zugabe mit musikalischem Frühschoppen zur Mittagszeit. Klein aber fein – das zeichnet die MS Hamburg aus: Auf sechs Decks befinden sich 197 gerade modernisierte Kabinen, die ein familiäres und überschaubares Ambiente versprechen. Genauso wie die Restaurants Alsterblick und Palmgarten, sowie Weinstube und Bar, wo meist auch die Abendunterhaltung stattfindet. Ein beheizbarer Außenpool, ein Wellnessbereich sowie Aktivitäten wie Vorträge und Ausflüge mit Zodiacs runden das Angebot ab. Nicht zu vergessen das Shopping-Angebot mit Schnäppchen für Mitbringsel für die Zuhausegebliebenen. Graues und trübes Wetter erwartete uns zu ersten Mal dann in Hamburg, parallel zur allgemeinen Abschiedsstimmung. Was geblieben ist, sind einige neue Freundschaften unter den Mitreisenden und gemeinsame Planungen für die nächsten Reisen. Schiff ahoi!
Diese Reise erfolgte auf Einladung von Plantours als 7-Tage-Cruise, beginnend in Manchester und Ende in Hamburg. www.plantours-kreuzfahrten.de
















