Mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen ist man von Tokio aus in knapp drei Stunden in Osaka, der nach Tokio und Yokohama drittgrößten Stadt in Japan. Schon beim Verlassen des Bahnhofes fällt direkt auf, dass Osaka mit immerhin auch knapp 2,7 Millionen Einwohnern sich deutlich von Tokyo und auch anderen Städte in Japan unterscheidet, und zwar nicht nur weil hier die Leute im Gegensatz zu Tokyo, wie bei uns in Europa auf der Rolltreppe rechts stehen und links gehen. Hier gehen die Menschen auch schon mal bei Rot über die Straße, in Tokio haben wir das nie gesehen. Die Einwohner von Osaka wirken selbst in den überfüllten Hot Spots lange nicht so gehetzt wie die Hauptstädter. Auch der Klamotten-Stil ist anders. Während Tokio eher businessmäßig daher kommt, dominiert in Osaka lässiges Outfit. Erfahrene Japanreisende sagten mir die geschäftigen Tokioter haben gute Manieren, die Einwohner von Osaka gute Laune. Und das ist wirklich überall zu beobachten, die Menschen in Osaka sind spontan, lebenslustig, angenehm weltoffen, ein wenig schräg und weit weniger traditionell als andere Städte im Land der aufgehenden Sonne. Das Leben hat hier einfach eine andere Geschwindigkeit als in Tokyo.

Ansonsten gibt es hier selbstverständlich auch verglaste Bürotürme -sogar der höchste bewohnte Wolkenkratzer Japans-, bunte Unterhaltungsviertel, Kapsel- und Love-Hotels und riesige unterirdische Einkaufsstraßen stehen für Osaka, ebenso wie viele schöne Tempelanlagen und eine historische Burg, eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt und auch ihr Wahrzeichen.

In dem weitläufigen Park außerhalb der Festungsmauern blühen je nach Saison hunderte Kirsch-, Pflaumen- und Aprikosenbäume, die zur jeweiligen Blüte und auch zur Blätterfärbung im Herbst ein prachtvolles Bild abgeben und nicht nur die Touristen, sondern auch viele Einheimische anlocken.


Auch wer gerne shoppen geht, wird Osaka lieben. Shopping-Malls gibt es reichlich und in für Europäer ungewohnter Dimension, darunter die mit 2,6 Kilometern längste in Japan (Tenjinbashisuji Shopping Street) oder die 600 Meter lange überdachte Shinsaibashi-Arkaden. Auch die unterirdische Umeda Shopping Arcade mit 1.200 Geschäften, Restaurants und Imbissständen ist ein Muss.

Auch nachts kommt Osaka nicht zur Ruhe. In vielen Stadteilen gibt es ein pulsierendes Nachtleben, ob in Dotonbori, America-mura, Shinsekai oder in Den-Den Town, auch Nipponbashi genannt, mit vielen urigen Bars und Restaurants, aber auch seinen populären Maid Cafes, in denen junge Kellnerinnen in Dienstmädchenuniform ’schüchtern‘ ,verspielt, aber jugendfrei, ihren Kunden servieren.

Mir hat Osaka richtig gut gefallen und die Stadt hat einige touristische Highlights zu bieten, aber das Sehenswerteste ist die Stadt mit ihren Einwohnern selbst. Osaka vermittelt ein ganz anderes Lebensgefühl als andere japanische Städte und es gibt vieles zu entdecken. Meiner Meinung nach, eine viel interessantere Stadt als Tokyo und nicht so touristisch überlaufen wie Kyoto, das man übrigens von hier auch gut in einer halben Stunde mit dem Zug erreichen kann.
Wer neugierig geworden ist, findet mehr Informationen unter https://osaka-info.jp/en/ und https://www.japan.travel/de/destinations/kansai/osaka/
Text und Bilder ©Detlef Düring














































