Mythenumrankte Energieplätze von Thailand bis Tirol

Alte Moenchshoehle ©Kamalaya Ralf Tooten

Kultstätten, Wasserquellen, Energiezentren: Ihre Formen sind vielfältig, ihre Wirkung oftmals umstritten – Kraftplätze ziehen die Menschheit seit Jahrtausenden in ihren Bann. Als Ziele zum Ruhen, zum Meditieren, um geistige Stärke zu schöpfen oder kreisenden Gedanken Einhalt zu gebieten, werden Sie noch heute gerne aufgesucht. Ihre Naturgewalten und sagenumwobene Atmosphäre faszinieren und berühren auch Menschen ohne spirituellen Glauben. Die folgende Reise entführt zu mystischen Orten zwischen tosender Gischt und stillen Gipfeln – wo Drachen Wasserfälle versiegen lassen, Hexen versteinern und ein Kloster auf mysteriöse Weise verschwindet.

Kamalaya Koh Samui/Thailand – Durch und durch heilsam

Im Jahr 2000 entdeckte der Kanadier John Stewart im Süden der thailändischen Insel Samui eine jahrhundertealte Felsenhöhle, in der einst buddhistische Mönche lebten und meditierten. Hoch oben auf einem von tropischem Dschungel bedeckten Küstenhang gelegen, öffnet sich vor ihrem Eingang ein weiter Blick über das Meer. Wie die Mönche spürte auch Stewart die magische Kraft dieses besonderen Platzes. Inspiriert und getragen von dieser Energie gründete er dort im Jahr 2005 das Kamalaya Wellness Sanctuary & Holistic Spa. In der Höhle im Herzen dieser einzigartigen Anlage meditieren heute viele der Kamalaya-Gäste. Gepaart mit den ganzheitlichen Therapien zieht die Magie des Resorts Erholungssuchende aus aller Welt an. www.kamalaya.com

Mummelsee © Klaus Hansen Schwarzwald Tourismus
Mummelsee ©Klaus Hansen Schwarzwald Tourismus

 

Schwarzwald/Deutschland – Die Wassermänner vom Mummelsee

Um den Schwarzwald ranken sich viele Mythen. Seit Anbeginn der Menschheit wurden zwischen seinen mächtigen Gipfeln und Wäldern heilige Stätten geschaffen und Kulte verehrt. Auch heute finden sich dort noch verwunschen anmutende Kraftplätze, an denen man die Magie der Vergangenheit zu spüren scheint. Etwa am Mummelsee, einem kleinen, abgeschiedenen Gewässer, das sich südöstlich von Baden-Baden nahe der kahlen Hornisgrinde zwischen dunkle Tannen schmiegt. Sein schwarzes Wasser erzählt eine tragische Legende: Einst soll dort ein Kloster spurlos verschwunden und an dessen Stelle der Wundersee entstanden sein. Geschichten von wohltätigen Geistern, unglücklicher Liebe und Tod machten ihn zu einem der geheimnisvollsten Sagenorte des Schwarzwaldes. Steht man am Ufer, meint man in der Stille noch heute das Wispern der Wassermänner zu hören. www.schwarzwald-tourismus.info

©Bad Reichenhall Tourismus Stadtmarketing
©Bad Reichenhall Tourismus & Stadtmarketing

Bad Reichenhall/Oberbayern – Die Sage der Schlafenden Hexe

Erst braucht es etwas Fantasie, aber dann ist sie schnell entdeckt: die „Schlafende Hexe“ im Berchtesgadener Lattengebirge unweit von Bad Reichenhall. Die drei Türme des Rotofen bilden die Silhouette einer schlummernden Frau – vom Busen bis zur spitzen Nase. Viele Sagen ranken sich um die Felsformation: War sie eine Hexe, die ihr Unwesen gegen Christen trieb und zur Strafe versteinert wurde? Oder doch eine alte, tüchtige Magd, die dem Zetern ihres Herrn überdrüssig wurde und sich für immer schlafen legte? Heute führt genau zwischen Hexenbusen und -nase der „Steinerne Agnes Rundweg“ entlang. Die neun Kilometer lange, mittelschwere Wanderung führt zum gleichnamigen (ebenso mythenreichen) Naturdenkmal, einem 15 Meter hohen Obelisken. An diesem abgeschiedenen Kraftort lässt sich die oberbayerische Landschaft noch fast allein genießen.
www.bad-reichenhall.de

San Giovanni Battista ©Ticino Turismo 1
San Giovanni Battista ©Ticino Turismo

 

Tessin/Schweiz – Spirituelle Geometrie: Die Kirche von Mogno

Kraftplätze umgibt eine spezielle Energie. Im Schweizer Kanton Tessin finden sich mehrere dieser Orte – zum Beispiel im Vallemaggia. Wo der Fluss Maggia seine wilde Kraft sammelt, erhebt sich die außergewöhnliche Kirche San Giovanni Battista wie ein steinernes Gebet. Nach der Lawine von 1986, die das ursprüngliche Gotteshaus zerstörte, schuf der Tessiner Stararchitekt Mario Botta dort ein Bauwerk, das gleichermaßen Mahnmal und Meisterwerk ist. Der zylindrische Bau aus hellem Marmor und dunklem Gneis schraubt sich mit geometrischer Präzision in den Himmel, während das Glasdach Licht in den Raum fließen lässt. Kein Wunder, dass dieser Ort zu den offiziell ausgewiesenen Kraftorten des Tessins zählt – hier verschmelzen Stein und Licht, Erdung und Erhebung. Kraftvoll verwurzelt und himmelwärts geöffnet, gilt die Kirche von Mogno heute als einer der spirituellsten Orte des Tessins. www.ticino.ch

Natur Kraftweg Umbalfaelle Osttirol ©Detlef Duering 31
Natur Kraftweg Umbalfälle Osttirol ©Detlef Düring

Osttirol/Österreich – Wasser wirkt Wunder

Wasser ist ein uraltes Symbol für Erneuerung, Gesundheit und Stärke – und wohl einer der kostbarsten Schätze der Alpen, den die zahlreichen Wasserkraftorte in Osttirol erlebbar machen. Der Haslacher Schleierwasserfall bei Kals am Großglockner gilt als einer der eindrucksvollsten Kraftorte Osttirols. Mit seiner rund 80 Meter hohen, gewaltigen Wasserwand wirkt er wie ein lebendiger Vorhang aus Licht, Bewegung und pulsierender Energie. Das beständige Rauschen und die feine Gischt schaffen eine Atmosphäre von Reinigung, Erneuerung und unbändiger Energie – ein Platz, an dem die Elemente spürbar aufeinandertreffen und Körper wie Geist neue Lebenskraft schöpfen können. www.osttirol.com

Verwallsee ©TVB St. Anton am Arlberg Walter Inwinkl
Verwallsee ©TVB-St. Anton am Arlberg Walter Inwinkl

St. Anton am Arlberg/Österreich – Im Tal der Stille

Nur wenige Minuten vom Zentrum in St. Anton am Arlberg entfernt liegt das sagenumwobene Verwalltal. Wenn im Winter faustgroße Schneeflocken lautlos vom Himmel fallen und die Gipfel der Verwallgruppe in warmes Abendlicht getaucht sind, entfaltet das Naherholungsgebiet fernab der Skipisten eine meditative Ruhe. Wer auf den weiß bedeckten Wegen spaziert, begegnet mit Glück sogar einem scheuen Reh. Für eine kurze Aufwärmung rasten Urlauber und Einheimische bereits seit den 1920er-Jahren in der historischen Wagner Hütte. Auch im Sommer zieht das autofreie Verwalltal Wanderer und Erholungssuchende an. Ein ganzjähriger Rückzugsort, um die Batterie wieder aufzuladen. www.stantonamarlberg.com

Stoanernen Mandln im Sarntal ©IDM Suedtirol Clemens Zahn
Stoanernen Mandln im Sarntal ©IDM Suedtirol Clemens Zahn

 

„Roter Hahn“: Südtirols Stonehenge – Die „Stoanernen Mandln“ im Sarntal

Keiner weiß, was es mit ihnen auf sich hat und wann sie entstanden sind: die „Steinernen Männchen“ auf der Hohen Reisch im Sarntal. Die willkürlich arrangierten Steinskulpturen geben Rätsel auf. Die Geschichten reichen vom Zeitvertreib einiger Hirten bis hin zu schaurigen Hexentreffen im Mittelalter. Felsblockgravuren und Feuersteingeräte lassen darauf schließen, dass die 2.000 Meter hoch gelegene Bergkuppe schon in der Steinzeit ein Kultplatz war. Heute gelten die Stoanernen Mandln als sagenumwobenster Ort im nahen Sarntal sowie der Gegend rund um den Tschögglberg und den wohl bedeutendsten Kraftplatz Südtirols. In einer der ursprünglichsten Ecken des Landes gelegen, bietet sich Wanderern von dem geheimnisumwitterten Almrücken Fernsicht bis zu den Dolomiten. Rund um die Hohe Reisch gibt es insgesamt 38 Urlaubs-Bauernhöfe der Marke Roter Hahn, von denen zahlreiche Wandertouren zu den „Steinmännern“ führen. www.roterhahn.it

Fuessen Alatsee ©1001reisetraeume.de 25
Alatsee bei Füssen ©1001reisetraeume.de

Füssen/Allgäu – Das Geheimnis des Alatsees

Oberhalb vom Füssener Ortsteil Bad Faulenbach liegt der mystische Alatsee. Wilde Legenden ranken sich um das bis zu 32 Meter tiefe, kristallklare Berggewässer, denn Purpur-Schwefelbakterien verleihen ihm mitunter eine eigentümlich blutrote Farbe. Auch Spekulationen über bei Kriegsende dort versenktes Nazigold wabern durch die Gerüchteküche. Umgeben von solch geheimnisvollen Sagen zieht der Ort Einheimische wie Besucher gleichermaßen an, etwa für ein erfrischendes Bad oder einen Spaziergang auf dem schattigen Rundweg. Obendrein war der See schon Schauplatz im Allgäuer Kluftinger-Krimi Seegrund des erfolgreichen Autorenduos Kobr und Klüpfel. Für Interessierte gibt es in der Sommersaison Seegrund-Führungen auf den Spuren des kauzigen Kommissars „Klufti“. www.fuessen.de

Doserwasserfall ©Verein Lechweg Fabian Heinz
Doserwasserfall ©Verein Lechweg Fabian Heinz

Tiroler Lechtal und Lechweg/Österreich – Das Rätsel des Doser Wasserfalls

Bei Häselgehr im Tiroler Lechtal, im Weiler Luxnach entlang des Lechwegs, zeigt sich regelmäßig ein mysteriöses Naturphänomen: Jedes Jahr am 11. November versiegt der Doser Wasserfall plötzlich da, wo er am 23. April wieder zu sprudeln beginnt. Wild schäumend tritt dann der Tuoserbach aus einer Felsengrotte hervor. Der Legende nach ist ein Drache verantwortlich für die sonderbare Erscheinung. Wissenschaftler hingegen vermuten einen unterirdischen See und dessen Überlauf durch die Schneeschmelze. Der wahre Grund für das rätselhafte Verschwinden ist allerdings immer noch nicht endgültig geklärt. Aufgrund der einzigartigen Natur wirkt die Umgebung wie ein mystischer Energieplatz, wo die beiden Rundwege Doser Wasserfall und Doserkopfkapelle zum Erkunden einladen. www.lechtal.at, www.lechweg.com