Beppu – Die Hauptstadt der Onsen

Beppu ©Detlef-Duering

Beppu in der Präfektur Oita auf der südlichen Hauptinsel Kyushu, zwei Flugstunden von Tokyo entfernt, ist der größte Onsen-Ort in Japan.

Seit seiner Gründung 1924 ist das Heilbad mit seinen mehr als 3000 Thermalquellen ein begehrtes Reiseziel für mehr als 12 Millionen Erholungsbedürftige pro Jahr, die das ganze Jahr über kommen, um sich im heißen Wasser der vulkanischen Quellen zu entspannen, wie natürlich ebenfalls die rund 125.000 Einwohner

In dem Kurort dampft es überall. Heiße Quellen treten hier an vielen Stellen aus dem Erdinneren an die Oberfläche, deren Dampfwolke oft weit zu sehen sind. Grund dafür ist ein Naturphänomen: Wegen geothermischer Aktivität schießt kochend heißes Wasser durch viele Öffnungen im Boden, selbst aus den Gullis in den Straßen. Nicht umsonst trägt Beppu den besonderen Spitznamen “Die Hölle Japans”. Diese heißen Quellen werden für Thermalbäder, sogenannte Onsen, genutzt, in denen Einheimische und Touristen baden können. Aber der Dampf wird auch zum Kochen genutzt.

Kochen mit Onsen-Dampf

An vielen Orten in Beppu, wie in Ryokans, den traditionellen Hotels, aber auch an öffentlichen Kochstellen, wird mit dem Dampf, der kostenlos und umweltschonend 24 Stunden am Tag aus der Erde kommt, gekocht und gegart. Innerhalb weniger Minuten sind die Zutaten gar. An extra dafür vorgesehenen Bassins werden Eier im schwefeligen Onsen-Wasser gekocht, dadurch nehmen sie beim Verzehr einen leichten Fleischgeschmack an.

Sand-Onsen ©Detlef-Duering
Onsen und Jigoku

Überall in der Stadt vermischt sich die frische Meeresluft mit einem Hauch Schwefelduft aus den heißen Quellen. Der interessanteste Ort für Jigoku- und Onsen Fans ist der Stadtteil Kannawa. Dort sind die meisten Jigoku und Onsen zu finden.

Onsen zum Baden gibt es als Onsen-SPAs, Dampf-Onsen oder aber Sand-Onsen.

Ein Sandbad ist meist nur mit Wartezeit oder vorheriger Anmeldung möglich Bei einem Sandbad trägt man einen Kimono, der einem vorher ausgehändigt wird. Meist befinden sich die Sand-Onsen direkt am Strand mit Blick auf das Meer, wie das Beppu Seaside Sand Bath, aber manche ergänzen auch normale Onsen-SPAs im Ort, wie z.B. in einem der schönsten Onsen-Spa in Beppu, dem Hyotan Onsen.

Im Beppu Seaside Sand Bath wird man im Kimono zu einer Stelle am Strand geführt, die von einer Art offenem Zelt vor der Sonne geschützt wird. Unter diesem Zelt wird man dann für eine halbe Stunde in warmen Sand eingegraben, nur der Kopf schaut noch heraus – ein entspannendes Erlebnis und ein gesundes dazu. Der Sand wird hier von einer unterirdischen heißen Quelle erwärmt. Nach dem Sandbad wird geduscht bevor es zur Entspannung danach in ein Onsen-Becken geht.

©Detlef-Duering

Jigoku sind Höllen-Onsen, die mit einer Temperatur von 98 Grad dampfen und blubbern.

Bekannt und sehenswert sind die acht Höllen von Beppu. Der Weg in dem kostenpflichtigen Park schlängelt sich vorbei an verschiedenen Teichen, aus denen vulkanisches Wasser in unterschiedlicher Form direkt aus der Erde ans Tageslicht unter freiem Himmel emporblubbert und dichte Nebelwolken aufsteigen. Je nach Zusammensetzung hat das Wasser eine Färbung von milchig weiß bis knallrot. In einem anderen Jigoku sieht man blubbernden Schlamm.

An kahl rasierte Köpfe von Mönchen erinnern die Schlammblasen des Oniishibozu-Jigoku. Dieser Anblick hat der dampfenden Schlammquelle übrigens auch ihren Namen gegeben.

Diese acht Höllen zählen übrigens zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Beppu.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Beppu und Umgebung

Andere Sehenswürdigkeiten sind sicherlich der auch architektonisch interessante Global Tower an der B-Con Plaza, von dem man eine herrliche Rundsicht auf Beppu und das Umland hat. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Usuki-Stein-Buddha, Beppu-Station, die historische Nioh-Za Straße und der Mt. Takasaki National Park mit seinem Affenfelsen, wo man ganze Massen von Affen in Freiheit beobachten kann, allerdings angelockt durch eine alle 30 Minuten stattfindende Fütterung.

In der Umgebung von Beppu sind vor allen Dingen der Furagoji Tempel, ein buddhistischer Tempel mit einem Shinto-Schrein und der Monsujusenji Tempel einen Ausflug wert, wie auch ein kleiner Ausflug auf den Mt. Fudo mit einer fantastischen Aussicht.

Auf keinen Fall sollte man sich einen Ausflug in die nahe nur 30 Minuten entfernte Stadt Kitsuki entgehen lassen. Die Stadt der Samurai wird das kleine Kyoto genannt. Das Stadtbild von Kitsuki prägen viele historische Gebäude und auch Wege. Das Kitsuki ein beliebtes Touristenziel ist, merkt man auch, dass es sogar einen kleinen deutschen Ortsprospekt gibt. Ein wirklich einmaliges Erlebnis ist die Stadtbesichtigung in einem traditionellen Kimono. In einem Kimono-Verleih wird man professionell eingekleidet, bevor man sich dann bei der Stadtbesichtigung so eingekleidet noch mehr in das historische Japan zurückversetzt fühlen kann.

Auf dem Weg nach Yufuin, Mt. Aso und Kurokawa-Onsen sollte man auch einen kleinen Stopp an der Suspension Bridge einlegen, Japans längste Hängebrücke, von der man einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft hat.

Die Region Oita und die Stadt Beppu werden leider, anders als die berühmten Städte wie Tokyo und Kyoto, in den Reiseführern kaum beschrieben, doch hätten sie eine ausführlichere Berücksichtigung verdient.  Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass es hier kaum etwas in Englisch übersetzt ist, weder die Speisekarten, noch die Prospekte oder die Webseiten der Hotels. Das schreckt wahrscheinlich viele europäische Touristen ab. Doch diejenigen die sich nicht abschrecken lassen, finden hier noch viel urtümliches und traditionelles japanisches Leben und viel Interessantes zu erleben und zu entdecken.

Weitere Informationen unter https://www.jnto.de/  und  https://www.welcomekyushu.com/
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