Wenn die Temperaturen in den kommenden Tagen wieder in die Höhe steigen, wächst das Bedürfnis nach Erfrischung, und das am liebsten mitten in der Natur. Kärnten, das südlichste Bundesland Österreichs, bietet nicht nur Badeseen mit Trinkwasserqualität, sondern auch viele „coole“ Rückzugsorte: in der Höhe, am Wasser, im Berginneren oder tief in der Schlucht. Hier sind zehn Tipps für Ausflüge, die selbst heiße Sommertage angenehm erfrischend machen.

Inhaltsübersicht
Panoramastraßen mit frischer Bergluft
Wer der Hitze im Tal entkommen möchte, fährt in Kärnten einfach bergauf. Die Großglockner Hochalpenstraße führt in eine eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft mit Blick auf Österreichs höchsten Berg. Auf der Malta Hochalmstraße geht es durch wilde Talschluchten bis zur Kölnbreinsperre, der höchsten Staumauer Österreichs. Die Nockalmstraße windet sich durch die sanften Bergrücken des UNESCO-Biosphärenparks.

Hoch hinaus auf über 2.500 Meter
Mit zunehmender Höhe sinken die Temperaturen – ein einfacher Effekt mit großer Wirkung. Am Mölltaler Gletscher bringt die Seilbahn Wandernde auf 2.235 Meter Seehöhe. Von dort führen markierte Wege weiter in die alpine Bergwelt. Auch rund um den Ankogel in der Nationalpark-Region Hohe Tauern warten Höhenwanderungen mit Blick auf vergletscherte Kare und schroffe Grate.

Bergseen und wilde Wasser
Kärntens Bergseen liegen häufig fernab des Trubels und sind von stillen Naturlandschaften umgeben. Der Wolayer See im Lesachtal befindet sich direkt an der italienischen Grenze und ist ein lohnendes Ziel für geübte Wandernde. Sanfter geht es zum Zollnersee auf der gleichnamigen Alm. Auch der Turracher See auf 1.800 Metern oder der Falkertsee bei Bad Kleinkirchheim versprechen Erfrischung in luftiger Höhe.

Schluchten und Klammen
Zwischen steilen Felswänden, schattigen Wäldern und rauschenden Wildbächen sorgen Kärntens Schluchten für spürbare Abkühlung. Die Raggaschlucht bei Flattach führt über Stege und Stufen durch eine enge Felsschlucht. In der Groppensteinschlucht bei Obervellach ergänzen Brücken und Aussichtsplattformen das Naturerlebnis; bei geführten Nachtwanderungen verwandelt sie sich in ein beleuchtetes Naturtheater. Die Tscheppaschlucht bei Ferlach beeindruckt mit Teufelsbrücke, Tschaukofall und der neuen Aussichtsplattform „Tschaukofinger“. Ebenfalls empfehlenswert sind die Garnitzenklamm im Gailtal und die Barbarossaschlucht bei Mühldorf.

Wandern am Wasser
Zahlreiche Wanderwege folgen Bächen, führen durch Auen und schattige Wälder oder vorbei an historischen Mühlen. Familienfreundliche Beispiele sind der Schluchtweg Millstatt, der Mühlenweg in Radenthein und der Wasserweg Liebenfels. Anschließend lohnt sich eine Einkehr beim Esskulturwirt „Die Zechnerin“ mit Kärntner Spezialitäten und weitem Blick über Mittelkärnten. Weitere Ziele sind die Tiebelquellen bei Feldkirchen, die Granatschlucht bei Radenthein und der Schluchtweg Ossiach.

Wasserfälle als natürliche Klimaanlage
Feiner Wassernebel und schattige Waldwege schaffen rund um Wasserfälle ein angenehm kühles Mikroklima. Der 220 Meter hohe Fallbach-Wasserfall im Maltatal ist über einen familienfreundlichen Weg mit Wassererlebnispark erreichbar. Der Jungfernsprung bei Heiligenblut lässt sich gut in eine Rundwanderung einbinden. Für eine spontane Erfrischung bieten sich die Finsterbach Wasserfälle in Sattendorf an. Besonders stimmungsvoll zeigt sich der Wildensteiner Wasserfall bei Gallizien am frühen Morgen.

Natürliche Kühle in Tropfsteinhöhlen
Die Obir Tropfsteinhöhlen bei Bad Eisenkappel zählen zu den beeindruckendsten Schauhöhlen Österreichs. Geführte Touren führen durch ein weit verzweigtes System mit Tropfsteinformationen und unterirdischen Wasserläufen. Die Tropfsteinhöhle Griffen liegt direkt unter der historischen Burgruine und lässt sich in rund 20 Minuten erkunden – ideal für Familien.

Mit der Grubenbahn in den Berg
In der Terra Mystica in Bad Bleiberg tauchen Gäste bei konstanten Temperaturen von rund 8 °C in die Geschichte des Bergbaus ein. Die Erlebnistour beginnt mit der längsten unterirdischen Bergwerksrutsche Europas und einer Fahrt mit der Grubenbahn. Ein weiteres Ziel unter Tage ist das Schaubergwerk Knappenberg mit Schaustollen und Bergbaumuseum.

Aktiv im kühlen Nass
Möll, Gail und Drau lassen sich sportlich vom Wasser aus entdecken. Die vom Gletscherschmelzwasser gespeiste Möll bietet ideale Bedingungen zum Rafting. Beim Canyoning an der Gail geht es mit erfahrenen Guides durch Schluchten, über natürliche Wasserrutschen und kleine Wasserfälle. Gemächlicher wird es beim Kajak- oder Kanufahren auf der Drau – auf Wunsch kombiniert mit einer Etappe auf dem Drauradweg.

Mit Rad oder Kanu durch alte Stollen
Ein außergewöhnliches Abenteuer wartet in Mežica, direkt an der Kärntner Grenze. Ausgestattet mit Helm und Stirnlampe geht es auf geführten Touren durch das Stollensystem eines stillgelegten Bergwerks: per Rad durch jahrhundertealte Gänge oder mit dem Kanu über einen unterirdischen See.

Extratipp: Kärnten setzt alles auf eine Karte
Die Kärnten Card bietet kostenlosen Eintritt zu mehr als 100 Ausflugszielen sowie zahlreiche weitere Ermäßigungen. Damit lassen sich viele der erfrischenden Sommererlebnisse besonders familienfreundlich entdecken. Details unter www.kaerntencard.at .

Anreise: Kärnten ist bequem mit der Bahn erreichbar, unter anderem mit der Koralmbahn von Wien nach Klagenfurt in rund drei Stunden. Zusätzlich bestehen Flugverbindungen nach Klagenfurt, etwa direkt ab Köln sowie mehrmals täglich über Wien. Weitere Informationen unter www.kaernten.at/flug .





