926 fertiggestellt, konzentrierte sich mit der Neuen Saline die Salzerzeugung in Bayern immer mehr auf das Berchtesgadener Land und insbesondere Bad Reichenhall. Nachdem 1958 auch die letzte vergleichbare Anlage in Rosenheim geschlossen wurde, gilt diese Monopolstellung heute: Mittlerweile ist das ikonische Markensalz im blauen Karton in aller Welt bekannt. Anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums öffnet das Werk an einem Tag im Juni 2026 seine Tore für Interessierte. Wer zu diesem Termin keine Zeit hat, begibt sich in der historischen Alten Saline auf Zeitreise. Außerdem huldigt das Reichenhall Museum dem „weißen Gold“ der Alpenstadt in einer Ausstellung mit rund 10.000 Exponaten.

Ein Jahrhundert Neue Saline
Die Alte Saline im Herzen der Alpenstadt, in Auftrag gegeben vom bayerischen König Ludwig I., war bis 1926 Herstellungsort des Bad Reichenhaller Salzes. Dessen Ursprünge reichen in die Bronzezeit zurück, das heutige Industriedenkmal an den Solequellen am Fuß des Gruttensteins stammt von 1836 bis 1851. Doch mit Beginn des 20. Jahrhunderts war die Anlage den neuen technischen Anforderungen nicht mehr gewachsen. So wurde am Rand der Altstadt in eineinhalb Jahren die so genannte Neue Saline gebaut, um dort die Sole aus dem Salzbergwerk Berchtesgaden weiterzuverarbeiten. Es sollte ab 1926 noch drei weitere Jahre dauern, bis die Salzerzeugung voll und ganz in die neuen Fabrikgebäude verlagert wurde. Doch spätestens mit dem eigens errichteten Wasserkraftwerk bei Jettenberg konnten dauerhaft Kosten eingespart und die Kapazität des Betriebs erhöht werden. Auch wenn die Neue Saline keinen Schönheitspreis gewinnt, steht „ihr“ Bad Reichenhaller Salz doch wie nur wenige Qualitätsmarken für einen Exportschlager, den es heutzutage in aller Welt zu kaufen gibt. Am 27. Juni 2026 können Besucher beim „Tag der offenen Tür“ die sonst für die Öffentlichkeit unzugänglichen Produktionsanlagen im Rahmen von Führungen besuchen, der Eintritt ist frei. www.salzwerke.de, www.bad-reichenhaller.de

Industriedenkmal Alte Saline
Niemand Geringerer als der Vater von Märchenkönig Ludwig II. war es, der den Wiederauf- und Neubau der Alten Saline nach dem verheerenden Stadtbrand von 1834 veranlasste. Für die Architektur des Stollengewölbes zeichneten damals zwei Meister ihres Fachs verantwortlich – Friedrich von Gärtner und Joseph Daniel Ohlmüller. Das prachtvolle Hauptbrunnhaus beherbergt noch immer die beiden riesigen, seit 1840 durchgängig betriebenen Wasserräder, die die wertvolle Sole aus der Quelle heraufbefördern. Ist nach 17 Sekunden eine Runde geschafft, ertönt ein helles Glockenzeichen. Bei einer Führung in 14 Metern Tiefe und ganzjährig konstant zwölf Grad Celsius erfahren Besucher alles über das repräsentative Gebäude sowie die harte Arbeit unter Tage. Das ehemalige Sudhaus dient unterdessen als Standort für das stylische Restaurant Salin – auf dem Boden römischer, mittelalterlicher und neuzeitlicher Salzgewinnung. www.alte-saline.de
Mehr Informationen auch unter www.bad-reichenhall.de






