Das 360° Alpenland bricht alle Rekorde

Wanderspezialisten ©Pyhrn Priel Tourismus GmbH Markus Kohlmayr

Vom längsten Klettersteig Österreichs über die älteste Buche im Alpenraum bis zur größten Maultrommel der Welt: das 360° Alpenland steckt voller charmanter Superlative! Hier kommen die 16 spannendsten, skurrilsten oder einfach nur besten – für den Last-Minute-Urlaub im Sommer und den Rest des Jahres.

Senkrecht zur Spitze

„Der Gipfel ist das Ziel, aber der Weg ist das Abenteuer“, heißt es. In diesem Sinne schwärmen Bergfexe vom Priel-Klettersteig – mit über 2.000 Metern Seillänge und 900 Höhenmetern der längste seiner Art in ganz Österreich. Außerdem kann das 360° Alpenland mit 25 Klettergärten und mehr als 1.000 Kletterrouten – die meisten davon im Ennstal und am Hengstpass – aufwarten. Ein weiterer landesweiter Rekord! Hoch hinaus heißt es darüber hinaus aber auch in Oberösterreichs größtem Waldhochseilgarten in Hinterstoder. Mehr als 100 Stationen und ein 150 Meter langer Flying Fox über die Steyr warten hier auf Wagemutige und Schwindelfreie.

Wurzeralm Standseilbahn ©HIWU Hinterramskogler
Wurzeralm Standseilbahn ©HIWU Hinterramskogler

Dem Himmel ganz nah

Mit 2.515 Metern ist der Große Priel der höchste Berg, der sich ausschließlich auf oberösterreichischem Boden befindet. Gemeinsam mit der Spitzmauer bildet er eine Skyline, die zu den schönsten der Ostalpen zählt. Wem der Aufstieg zum feuerroten Gipfelkreuz zu mühsam erscheint, peilt stattdessen die Hutterer Böden an. Mit 1.400 Metern bilden die nämlich zumindest den höchsten asphaltierten Punkt, der in Oberösterreich mit dem Auto erreichbar ist. Als Alternative für Genusswanderer gilt der gemütlich auf 1.505 Höhenmetern gelegene Wasserklotz, von dessen Gipfel aus man bei klarem Wetter 54 Zweitausender gleichzeitig sieht – kein anderer Berg im 360° Alpenland lässt den Blick weiter schweifen.

BikeHike ©Pyhrn Priel Tourismus GmbH Daniel Hinterramskogler
BikeHike ©Pyhrn-Priel Tourismus GmbH Daniel Hinterramskogler

Alle Wege führen ins 360° Alpenland

Knapp 3.600 Kilometer Rad- und Wanderwege durchziehen das 360° Alpenland – zusammengenommen entspricht das der Strecke von Wien bis nach Tromsø in Nordnorwegen. Top für Mountainbiker, Renn- und Gravelradfahrer sowie Genussradler: Trails und bestens ausgeschilderte Radwege auf fast 1.450 Kilometern zum Beispiel durch den Nationalpark Kalkalpen oder entlang der Steyr. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, wählt aus einem rund 2.150 Kilometer umfassenden Wanderwegenetz zwischen Themen-, Weit- oder Naturerlebniswegen. Würde man da jeden Tag eine andere Tour oder Route wählen, wäre man Wochen und Monate unterwegs.

Wurzeralm ©TVB Pyhrn Priel Mayerhofer
Wurzeralm ©TVB Pyhrn-Priel Mayerhofer

Genuss in Sichtweite

Über 60 bewirtschaftete Hütten und Almen verwandeln das 360° Alpenland im Sommer in ein Genussparadies für Aktivurlauber. Schön sind sie alle. Mit dem Titel „schönste Aussichtsterrasse Oberösterreichs“ darf sich aber nur eine schmücken: die Gowilalm, benannt nach einem jungen französischen Soldaten namens Gauville, der sich hier im 19. Jahrhundert während der Franzosenkriege vor den feindlichen Truppen versteckt hielt. Mit über 300 Jahren ist die Steyrsbergerreith sogar noch älter: Auf 1.193 m genießt man hier regionale Schmankerl und den herrlichen Ausblick auf das Tote Gebirge mit dem Großen Priel.

Flussexpedition auf der Steyr ©geoventure Herbert Schoerkhuber
Flussexpedition auf der Steyr ©geoventure Herbert Schoerkhuber

Alles im Fluss

„Wasser marsch“ heißt es im 360° Alpenland gleich an mehreren Orten. Beim Pießling Ursprung etwa, der größten Karstquellen der Ostalpen, treten im Sommer durchschnittlich 2.200 Liter Wasser pro Sekunde aus dem Fels – ein wahrhaft berauschender Anblick und genug, um den Bedarf von bis zu 700.000 Menschen zu decken! Nicht weit davon entfernt befindet sich die Dr.-Vogelgesang-Klamm. Weltweit ist sie die einzige mit Doktortitel und die längste begehbare Klamm Oberösterreichs. Und dann wäre da noch die Steyr, die sich auf 68 Kilometern wie ein türkisblaues Band durchs 360° Alpenland zieht und dabei zum Biken, Hiken und Rafting einlädt. Wer’s gemütlicher mag, kann sich beim Stausee Klaus aber auch eine schwimmende Almhütte mieten, mit der man sich gemächlich durch die canyonartige Flusslandschaft treiben lassen kann.

Dr.Vogelgesang Klamm ©Pyhrn Priel Tourismus GmbH Sarah Kreutzhuber
Dr.Vogelgesang Klamm ©Pyhrn-Priel-Tourismus GmbH Sarah Kreutzhuber

Give Me Moor

Orchideen, Latschenwald und ein Bach, der einfach im Boden verschwindet: Der Teichlboden auf der Wurzeralm ist nicht nur das größte Nieder- und Hochmoor der nördlichen Kalkalpen, sondern auch ein Naturschauspiel mit Hang zum Mysteriösen. Die Teichl mäandert hindurch, bevor sie spurlos versickert und erst 600 Höhenmeter tiefer als Karstquelle wieder zutage tritt. Wer mag, umrundet das Moor auf dem Themenweg „2 Millionen Jahre in 2 Stunden“ und erlebt dabei die wohl schnellste Zeitreise durch Oberösterreichs Erdgeschichte.

BikeHike ©Pyhrn Priel Tourismus GmbH Daniel Hinterramskogler
BikeHike ©Pyhrn-Priel Tourismus GmbH Daniel Hinterramskogler

Asia in den Alpen

Nebel, feuchte Hänge, schwere Böden – was Asiens Teeanbaugebiete auszeichnet, können wir auch, dachte sich Sternekoch Klemens Gold vom Restaurant RAU und legte in Großraming, mitten im Nationalpark Kalkalpen, Österreichs erste Teeplantage an. Hier wächst die Teepflanze Camellia sinensis, eine Sorte, die man im 360° Alpenland nicht vermutet hätte. Je nach Verarbeitung entsteht daraus Grüntee, Oolong oder Matcha. Sieben Betriebe in der Region bauen mittlerweile biodynamisch Tee für Gold an. Die Ernte fließt unter anderem in sein eigenes Getränk Combuchont, der weltweit erste, kalt abgefüllte Tee mit der beeindruckenden Haltbarkeit von Wein.

Wo man vor lauter Wald die älteste Buche im Alpenraum nicht sieht

Der Nationalpark Kalkalpen ist Oberösterreichs einziger seiner Art – und mit über 200 Quadratkilometern auch das größte zusammenhängende Waldgebiet des Landes. Mittendrin steht eine Buche, die dort schon stand, als Luther im Jahr 1517 seine Thesen anschlug. Das macht sie zur ältesten – und bestbehütetsten – im ganzen Alpenraum: Ihr genauer Standort wird nämlich geheim gehalten. Aber auch die umstehenden „Baumgeschwister“ stehen unter besonderem Schutz, dafür sorgt seit 2017 der UNESCO-Weltnaturerbe-Status.

Göttlicher Genuss für Leib und Seele

Wo Glaube auf Geschmack trifft, entsteht Grandioses. Bestes Beispiel: Stift Schlierbach, die größte Klosterkäserei Europas und Heimat einer Klosterbibliothek mit rund 45.000 Bänden, 142 Inkunabeln und 40 mittelalterlichen Handschriften in einem barocken Kuppelbau aus dem Jahr 1712. Was Käse und Wissen hier gemeinsam haben? Gaaanz viel Zeit zum Reifen!

Schwertschmiede Schmidberger Molln © T Man
Schwertschmiede Schmidberger Molln ©T Man

Stahl mit Geschichte – und einem Hauch Glamour

Handwerk hat in der Region rund um Steyr nicht nur goldenen Boden, sondern auch schon so manchen Weltrekord hervorgebracht. Beispiele gefällig? Wie wär’s dann mit dem größten Taschenmesser der Welt? Oder mit der größten Maultrommel? Letztere made in Molln, in der ältesten Musikinstrumenten-Manufaktur Österreichs. Keine zwei Kilometer vom traditionsreichen Familienbetrieb entfernt kann auch die Schmiede Schmidberg auf eine lange Geschichte und ein klangvolles Kundenportfolio zurückblicken: Plácido Domingo ließ sich hier einst als eine Feldherrenrüstung für seinen Auftritt als Otello auf den Leib schmieden und auch die Schweizer Garde im Vatikan schwört bis heute auf die maßgefertigten Rüstungen made in Molln.

Steyrer Altstadt ©TVB Steyr Nationalpark Region www.iconic turn.com
Steyrer-Altstadt-©TVB-Steyr-Nationalpark-Region-www.iconic-turn.com

Vorhang auf fürs Steyrer Kripperl

Welche Stadt denn nun Österreichs älteste ist, darüber wird bis heute leidenschaftlich gestritten. Ganz sicher ist jedoch, dass Steyr zu den heißesten Anwärtern gehört – schließlich wurde die Stadt am Zusammenfluss von Enns und Steyr bereits im Jahr 980 erstmals urkundlich erwähnt. Völlig unstrittig ist hingegen, dass es hier die meisten Brücken und Stege in ganz Oberösterreich gibt, und dass ein Bummel über den Stadtplatz schnell zur Reise durch die Architekturgeschichte wird – so eng stehen hier die Prachtbauten aus Gotik, Renaissance und Barock nebeneinander. Als weiterer Superlativ gilt das Steyrer Kripperl – Europas letztes noch bespieltes Stabpuppentheater, das Jung und Alt auch heute noch in seinen Bann zieht.

Weinberg BadHall ©Armin Rogl
Weinber BadHall ©Armin Rogl

Abtauchen, ausspannen, auftanken

Bad Hall tut gut – und das schon seit Jahrhunderten. Schließlich entspringt unter dem bilderbuchhübschen Kurstädtchen Europas jodhaltigste Thermalquelle. Nach dem Bad im wohlig warmen Wasser lockt der über 34 Hektar große Kurpark mit mehr als 2.000 Bäumen sowie der einzigen öffentlich zugängigen Gradiergrotte Österreichs, in der fein zerstäubte Jodsole die Luft anreichert. Dass in Bad Hall außerdem seit 1855 auch Österreichs einziges ganzjährig besetztes Kurorchester spielt, ist ein weiteres – ausgesprochen klangvolles – Kuriosum. Und wer dachte, Wein gehöre nicht ins Alpenvorland: Winzer Armin Rogl überzeugt Besucher gerne vom Gegenteil.

Steyrtalbahn ©John Atkinson
Steyrtalbahn ©John Atkinson

Unter Dampf seit 1889

Als sich die Lok „Sierning“ am 20. August 1889 zum ersten Mal in Bewegung setzte, legte sie die 19,5 Kilometer von Garsten nach Grünburg in damals atemberaubenden 75 Minuten zurück. Es war die Geburtsstunde der Steyrtalbahn, Österreichs allererster Schmalspurbahn. Heute ist die älteste erhaltene Lok des Landes auf der 17 Kilometer langen Museumsstrecke zwischen Steyr und Grünburg unterwegs – im gleichen Tempo und genauso ruckelig wie vor 136 Jahren.

Stockerlplätze für Hinterstoder

Hinterstoder ist Oberösterreichs erster und bislang einziger Weltcup-Ort – und nicht nur deshalb medaillenwürdig. Gold verdienen hier u. a. die Hannes-Trinkl-Strecke – 3,5 Kilometer lang und an manchen Stellen bis 60 Prozent steil, oder die 7,4 Kilometer lange Höss-Totale, auf der man von 2.000 auf 600 Meter Seehöhe hinuntergleitet. Insgesamt warten im Skigebiet Hinterstoder rund 40 Pistenkilometer auf Könner wie Genussfahrer. Auf der nahegelegenen Wurzeralm kommen weitere 22 Kilometer hinzu.

Wo’s immer „O du Fröhliche“ heißt

„Christkindl“ – der Name des Steyrer Stadtteils ist Programm. Schließlich befindet sich hier das einzige Weihnachtspostamt Österreichs, von dem aus jährlich 1,2 Millionen Sendungen mit dem begehrten Sonderstempel auf die Reise gehen. Gleich nebenan, im Pfarrhof der Wallfahrtskirche, wacht die größte Landschaftskrippe der Welt mit 778 handgeschnitzten Figuren  auf 58 Quadratmetern Fläche über das winterliche Treiben. Als weiteres Weihnachtswunderland präsentiert sich im Stadtzentrum von Steyr die größte private Christbaumschmuck-Sammlung der Welt mit mehr als 14.000 funkelnden Ornamenten und einer Erlebnisbahn, die über drei Stockwerke bis hinauf in die Engelwerkstatt fährt.

Mehr Sommer für weniger Geld

„Wer Card, der spart“, so lautet das Motto der Pyhrn-Priel-Cards. Für Urlaubsgäste im 360° Alpenland ist die AktivCard bereits im Nächtigungspreis inkludiert – und damit unlimitierter Zugang zu Bergbahnen, Museen, Freibädern, Nationalpark-Ranger-Touren und vielem mehr. Wer als Tagesbesucher kommt oder in der Region wohnt, greift zur SaisonCard ab 99 €. Auch hier gilt: Ca. 60 Leistungen werden gratis angeboten, weitere 30 ermäßigt. Ein Angebot, das in dieser Form in Österreich kein Pendant kennt.

Mehr Informationen unter www.360alpenland.com