Weihnachtsmärkte in Tschechien garantieren noch mehr Weihnachtsstimmung

Wenn auf Plätzen und Straßen Tannen aufgestellt und Lichterketten aufgehängt werden, kann das nur eines bedeuten: Die Adventszeit steht vor der Tür. Und schon freut man sich auf den Besuch eines Weihnachtsmarktes. Doch die Weihnachtsmärkte vor Ort sind schön, aber doch immer jedes Jahr irgendwie ähnlich. Warum also nicht mal woanders hin und ganz andere Weihnachtsmärkte besuchen?

So sind zum Beispiel die Weihnachtsmärkte in unserem Nachbarland Tschechien ganz anders, von der Tradition, von dem Angebot der Buden und auch vom Ambiente. Hier findet man Weihnachtsmärkte, die nicht nur Glühwein, sondern auch eine historische romantische Kulisse bieten. Imposante Burgen und Schlösser, romantische Dörfer und historische Marktplätze sind die Kulisse für liebevoll inszenierte und besonders stimmungsvolle Weihnachtsmärkte, und zwar nicht nur in der Hauptstadt Prag, sondern auch in vielen anderen Orten. Und der Besuch von Weihnachtsmärkten kann auch direkt verbunden werden mit dem

Weihnachten in Olmütz

Besichtigen vieler anderer Sehenswürdigkeiten.

In Olmütz sind am Nikolaus Teufel und Engel unterwegs

In Olmütz (Olomouc) duftet es rund um die als UNESCO-Welterbe geschützte barocke Dreifaltigkeitssäule am zentralen Platz Horní náměstí vom 23. November bis zum 24. Dezember nach Weihnachten. Hier gehört es zur Tradition, dass zu Nikolaus die Kinder als Engel und Teufel verkleidet den Weihnachtsmarkt besuchen, in der Hoffnung beschert und nicht getadelt zu werden. So ist gerade an diesem Tag ganz Olmütz unterwegs.

Quargel in Olomouc ©Detlef Düring

Besonders stolz sind die Olmützer auf ihre unzähligen Sorten von Punsch. An den Verkaufsständen werden nicht nur verschiedene kulinarische Spezialitäten, sondern vor allen Dingen auch allerlei Geschenkideen, Kunsthandwerkliches und weihnachtlicher Schmuck angeboten. Jeden Tag stehen Musiker und Bands auf der Bühne, das Programm reicht von traditionellen Weihnachtsliedern bis Jazz und Rock. Auf dem benachbarten Dolní náměstí können Besucher bis 31.Dezember kostenlos die Eisfläche nutzen. (www.tourism.olomouc.eu).

Es lohnt es sich auch abseits der Märkte durch die beschaulichen Gassen und Plätze von Olmütz zu schlendern. Empfehlenswert vor allen Dingen ein Besuch in der prachtvoll barocken Maria Schnee Kirche oder mal eine kurze Schiffstour auf dem Fluss March unternehmen, natürlich bei einem Punsch.

Und auch kulinarisch hat Olmütz etwas Besonderes zu bieten, ein Spezialitätencafé, in dem der einzige Käse serviert wird, der in Tschechien erfunden wurde. „Quargel“ heißt dieser Frischkäse, der in unterschiedlichen Teigrollen und Pasteten dort zum Tee serviert wird.

Weihnachtliches Brünn
Brünn – Geburtsstadt des Turbomost

Ebenso eine kulinarische Besonderheit zur Weihnachtszeit bietet die mährische Metropole Brünn (Brno). Nachdem sich einige Studenten vor einigen Jahren über die schlechte Qualität des üblichen Glühweins und Punsches geärgert haben, kreierten sie ihr eigenes Getränk mit Apfelwein aus den Weißen Karpaten, Apfel, Zimt, Nelken und Sternanis, den Turbomost. Heute sind nicht nur die Brünner Weihnachtsmärkte ohne Turbomost nicht mehr denkbar, sondern er hat sich auch zu einem Markenprodukt entwickelt.

Turbomost

Aber der Turbomost ist nur eine Besonderheit der vom 23. November bis zum 28. Dezember dauernden Weihnachtsmärkte in Brünn. Besinnlich und genussvoll geht es bei der Gourmet-Weihnacht auf dem Dominikanerplatz (Dominikánské náměstí) zu, wo örtliche Gastronomen in ihre stimmungsvollen Freiluftrestaurants einladen. Marktbesucher können sich auf eine lebensgroße handgeschnitzte Krippenszene freuen und die Kleinsten können in der lebendigen Krippe mit echten Tieren auf Tuchfühlung gehen oder sich in den Weihnachtswerkstätten vergnügen.

Brno-©Detlef-Düring

Der Weihnachtsmarkt auf dem Freiheitsplatz (Náměstí Svobody) bringt Tradition und Moderne zusammen. In der weißen Kuppel der Winterbar wird neben Turbomost auch Punsch nach uralten Rezepten ausgeschenkt. Der traditionelle Weihnachtsbaum kontrastiert mit modernen Lichtinstallationen. Abends erklingt Musik unterschiedlicher Genres von Gospel über Blues, Swing, Jazz und Ethno bis Rock.

Originelle Weihnachtsgeschenke abseits des Mainstreams findet man bei den Design-Tagen, die vom 4. bis 23. Dezember auf dem Platz stattfinden. (www.gotobrno.cz)

Von renommierten Brünner Künstler wurden die bunten Pfandbecher entworfen, die nicht nur ein beliebtes Weihnachts- Souvenir geworden sind, sondern auch allein im vergangenen Jahr fast 200.000 Liter Abfall eingespart haben.

Beinhaus in Brünn ©Detlef Düring

Auf dem Krautmarkt zeigen Handwerker während der Adventszeit ihr Können und verkaufen ihre Produkte.

Unter dem Krautmarkt kann man in den Brünner Untergrund abtauchen, wo vieles aus der Brünner Geschichte zusammengetragen wurde. Angefangen von der unheimlich anmutenden Alchimistenküche mit all ihren absonderlichen Gerätschaften bis zu der damals üblichen Folterkammer, mit Instrumenten bei deren Anblick schon viele Angeklagten ein Geständnis ablegten, oft auch ohne wirklich schuldig zu sein.

Gruselig wird es im Beinhaus unter der St.Jakobs-Kirche, wo die Knochen und Schädel verblichener Brünner Bürger, aufgestapelt in Reih und Glied, zu wahren Kunstwerken zusammengefügt wurde. Ähnliches gibt es auch im österreichischen Hallein und der Kapuzinergruft in Rom.

Wer ein ganz besonderes Souvenir aus Brünn mitnehmen möchte, braucht etwas Zeit und noch mehr Glück. Die moderne astronomische Uhr auf dem Freiheitsplatz spuckt in der Adventszeit von 11 bis 23 Uhr zu jeder vollen Stunde eine kleine Weihnachtskugel aus. Mit viel Glück kann man eine der bei Sammlern begehrten Kugeln ergattern.

Stimmungsvolles Prag
Weihnachtsmarkt Prag ©Detlef Düring

Einer der größten und wohl auch stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte in Europa findet auf dem Altstädter Ring (Staroměstké náměstí) in Prag statt. Hier wird immer am 1. Dezember der offizielle Weihnachtsbaum feierlich „entzündet“. Dieser Markt, umgeben von der Nikolauskirche, der Teyn-Kirche, des Altstädter Rathauses mit seiner berühmten astronomischen Uhr, sowie dem Hus-Denkmal in seiner Mitte, gehört zu den schönsten aber leider auch zu den vollsten in Prag. Bis zum 6. Januar gibt es hier ein tägliches Unterhaltungsprogramm. Neben Essen und Trinken wird viel Kunsthandwerk und Weihnachtsschmuck angeboten. Handwerker wie Schmiede, Schnitzer, Goldschmiede und andere sind, während man durch die Budengassen schlendert, bei der Arbeit zu beobachten.

Trdelnik in Prag ©Detlef Düring

Auf jeden Fall sollte man Trdelník probieren, dessen Duft zu jedem böhmisch-mährischen Weihnachtsmarkt gehört. Es handelt sich um ein süßes Hefegebäck, das in Zucker, Nüssen, Zimt usw. gewälzt und dann über dem Feuer auf rotierenden Stäben gebacken wird. Der Trdelník wird am besten noch warm verzehrt. Mir hat es hervorragend gemundet.

Schon bereits am 20. November beginnt auf dem Friedensplatz (Náměstí Míru) rund um die Ludmilla-Kirche im bürgerlichen Viertel Vinohrady der erste Weihnachtsmarkt in Prag, der dafür aber bereits Heiligabend schließt.

Glöckner Tomas Starecky in Prag ©Detlef Düring

Das Viertel um die Prager Burg ist nicht nur vom 23. Dezember bis zum 6. Januar stimmungsvolle Kulisse für einen Weihnachtsmarkt, sondern wird auch beherrscht von der imposanten St. Veits-Kathedrale mit ihren hoch aufstrebenden gotischen Spitztürmen. Der absolut sehenswerte Dom vereint Gotik, Renaissance und Barock zu einem Gesamtkunstwerk und hat sogar noch einen hauptamtlichen Glöcknern, Tomas Starecky. Davon gibt es weltweit nur noch Vier. Ab und an macht Tomas Starecky auch Führungen in dem Glockenturm, wo er voll Leidenschaft von der Geschichte des Doms, aber vor allen Dingen von seiner Aufgabe erzählt, denn es ist gar nicht so einfach, das mächtige Geläut des Doms, eine Kombination verschiedener Glocken, in der richtigen und harmonischen Weise zum Klingen zu bringen.

Auf dem Weg zur Prager Burg kommt man auch an dem romantischsten Viertel Prags vorbei, der Kampa-Insel, gleich neben der Karlsbrücke. Hier werden vom 7. Dezember bis 6. Januar auf dem dortigen Weihnachtsmarkt geschnitzte Holzpuppen, Glasfiguren und andere originelle Geschenke angeboten. Aber auch die engen Gassen des Viertels sind gespickt mit Kunst-Handwerksstätten und kleinen Lädchen. Vor allen Dingen sind hier viele Marionettenschnitzer zu finden, wie auch Pavel Truhlar und seine Schwester, die für Kunden immer gerne ihre Kunstwerke zum Leben erwecken, wenn sie virtuos die Puppen tanzen lassen.

Weihnachtliche Konzerte und Ausstellungen in Prag

Weihnachtliches wird auch auf vielen Prager Bühnen geboten. So steht im Nationaltheater am 6.Dezember Tschaikowskis Nussknacker-Ballett auf dem Programm, im Rudolfinum wird am 15.Dezember Bachs Weihnachts-Oratorium aufgeführt, die Prager Philharmoniker laden am 19. und 20. Dezember zu ihrem Weihnachtskonzert ein. Die Gregorians verbinden in ihrem Weihnachtsprogramm am 11. und 12. Dezember im Prager Kongresszentrum mittelalterliche Klänge mit moderner Pop- und Rock-Musik. Und „Jesus Christ Superstar“ steht am 20. Dezember auf dem Programm des Musicaltheaters in Karlín.

Zurück in vergangene Zeiten führt eine Ausstellung in der Bethlehemskapelle in der Prager Altstadt. Dort wird vom 24. November bis 2. Januar unter anderem historisches Holzspielzeug ausgestellt. Handgeschnitzte Krippen aus der Kleinstadt Třešť (Triesch) sind vom 30. November bis 2. Februar im Heinrichsturm der Prager Neustadt zu sehen.  Veganer dürfen sich über die Veggie-Weihnachten freuen. Am 8. Dezember werden in der Galerie Mánes in der Altstadt Süßes und Herzhaftes sowie Geschenkartikel ganz ohne tierische Bestandteile angeboten. (www.prague.eu)

Weihnachtsmärkte finden auch in vielen anderen Städten Tschechiens statt und Trdelnik gibt es dort auch.  Mehr Informationen unter www.czechtourism.com und der Tschechische Zentrale für Tourismus – CzechTourism in Berlin per Email  berlin@czechtourism.com oder telefonisch unter 030-204 47 70.

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