Wandertouren satt in Lenggries

„Die Luft ist klar, nicht so feucht wie häufig im Sommer. Die Aussicht ist ideal und das Wetter immer noch sehr beständig“, listet Dieter Löbbecke die Vorteile einer Herbstwanderung auf. Seit 20 Jahren führt der rüstige Rentner regelmäßig Wandertouren. Beim diesjährigen „Lenggrieser Wanderherbst“, der auf zwei Wochen und zehn Touren ausgeweitet wurde, finden gleich drei unter seiner Leitung statt.

Am Sylvensteinstausee ©Tourismus Lenggries Christian Baeck

„Die Tour aufs ‚Kanapee‘ ist mittelschwer und besonders reizvoll“, schwärmt der Isarwinkler. „Nach dem Serpentinen-Anstieg von Vorderriß aus erst durch freies Gelände, dann durch lockeren und am Ende dichteren Wald eröffnet sich den Wanderern oben ein herrlicher Ausblick aufs Rißbachtal und die Gipfel des Karwendel.“ Den Beinamen „Kanapee“ verdanke der Rißsattel wohl der Bank vor dem Gedächtniskreuz, vermutet Löbbecke. „Dort sitzt man so bequem wie auf einem Sofa. Nur mit schönerer Aussicht.“ Eine dreiviertel Stunde später und 100 Höhenmeter tiefer lädt der Picknickplatz vor der Luitpolder-Alm zum Verweilen ein. Verpflegung muss selbst mitgebracht werden, die einsam gelegene Alm ist nicht bewirtschaftet.

Die 6,5-stündige Brauneck-Wanderung über den Großen Höhenweg bietet weit mehr Einkehrmöglichkeiten. Ist der Hausberg von Lenggries doch für seine Hüttenvielfalt bekannt. „Die Tour über den Latschenkopf ist ebenfalls wunderschön“, erklärt Löbbecke. Nicht umsonst wird sie im Wanderherbst-Programm als „Die Aussichtsreiche“ geführt. Nördlich geht der Blick über den Starnberger See bis nach München, südlich bis zum Großglockner. Und wer weiß? Vielleicht lässt sich auch ein Rudel Steinböcke erblicken. Die anspruchsvolle Bergtour erfordert elementare alpine Erfahrung. „Der Abstieg vom Latschenkopf ist nicht ganz leicht, grad bei feuchtem Wetter.“ Löbbecke rät: „An den Latschenbüschen festhalten. Die sind verlässlich.“

Seine dritte Tour führt nach Tirol zu den „Juifenalmen“. „Je nachdem, wann der erste Frost kommt, können wir hier die Brunftschreie der Hirsche hören“, sagt der Guide. Der grandiose Panoramablick ins Karwendel lohnt die sechs Stunden Wanderung in jedem Falle.

Wer’s gemütlicher angehen lassen will, wählt vielleicht „Die gemütliche Einsteigertour“, den Rundweg von Jachenau nach Sachenbach und am See entlang zurück. Der Walchensee in Sachenbach war übrigens Drehort für „Wickie und die starken Männer“. Selbst aufs Schiff geht’s für diejenigen, die von Lenggries über den Hirschbachsattel zum Tegernsee wandern. Und wer sich auch nach dem 6. Oktober nicht von der oberbayerischen Bergwelt trennen mag, der bleibt einfach noch ein paar Tage und garniert dann das Wandererlebnis mit Musik: Denn direkt an den Wanderherbst schließt das „Jodelfest Lenggries“ an, bei dem vom 5. bis 8. Oktober Jodeln mit Yoga, Clownerie, Kartenspiel und natürlich mit Bergwandern kombiniert wird.

Der Lenggrieser Wanderherbst im Überblick:
25. September 9 Uhr: Rundweg Jachenau/ Sachenbach/ Jachenau – für Einsteiger, ca. 4 h
26. September 8 Uhr: Hallerangeralm – „Zu den Quellen der Isar“, ca. 5 h
27. September 9 Uhr: Rotwandalm unterhalb Juifen „Der Hirsch ruft“, ca. 6 h
28. September 8 Uhr: Staffelalm am Rabenkopf – „Auf den Spuren von Franz Marc“, 5 bis 6 h
29. September 8 Uhr: Tegernsee über Aueralm – „Mit Schifffahrt und Einkehrschwung“, ca. 4 h.
2. Oktober 9 Uhr: Latschenkopf, großer Brauneck Höhenweg – „Die Aussichtsreiche“, ca. 6,5 h
3. Oktober 8 Uhr: Moosenalmtour – „Tour mit Flößergeschichte“, ca. 6 h
4. Oktober 8 Uhr: Fleischbank ab Hinterriss – „Mit Panoramablick“, ca. 7 h
5. Oktober 9 Uhr: Hirschhörnlkopf ab Jachenau – „Tour mit Fünf-Seen-Blick“, 4 bis 5 h
6. Oktober 9 Uhr: Kanapee – Hoch über Isar- und Rißbachtal – „Die Abschlusstour“, ca. 4 h

Weitere Infos unter www.lenggries.de