Venedig – La Serenissima zeigt ihre schönste Seite

Venedig am Dogenpalast ©DianaSeufert

Noch ist es ziemlich ruhig auf dem Markusplatz.  Venedig ist noch nicht so richtig erwacht. Erst allmählich zieht es die Straßenhändler auf den Plan. Schließlich sind am Morgen noch kaum Touristen unterwegs in der Lagunenstadt.

Wer der Serenissima seine Aufwartung machen will und dabei auf größeres Gedränge verzichten möchte, ist im Frühjahr oder auch im Herbst genau richtig. Auch dann hat man die faszinierende Stadt nicht für sich allein. Doch zumindest ist das Geschiebe nicht ganz so groß.

Dogenpalast und Markuskirche sind zu jeder Jahreszeit Anziehungspunkte für Besucher aus aller Welt. Schon im 9. Jahrhundert war der Palast mit seiner reichen Ornamentik Sitz des Staatsoberhaupts der Republik Venedig. Hier wurden die Geschicke der Stadt bestimmt, aber auch Gericht gehalten. Die beiden roten Säulen zeugen noch immer davon. Denn dazwischen wurden die zum Tode Verurteilten enthauptet.

Venedig Cafe-Florian ©DianaSeufert

Der Markusdom prägt mit seiner großartigen Mosaik-Fassade und den fünf Portalen als Zeichen des Triumphs über Konstantinopel den gesamten Platz mit den herrschaftlichen Gebäuden der alten und neuen venezianischen Prokuratien. Es ist übrigens der einzige Platz der Stadt, der diese Bezeichnung tragen darf. Der Rest wird „Campo“ genannt.

Im berühmten Cafe Florian darf man sich wie einst Casanova zum Plausch einfinden und etwas trinken. Es wurde zum Lieblingscafe des berühmtesten Verführers der Welt, weil sich dort immer viele Frauen trafen. Leichtes Spiel also für ihn. Heute verführen Kaffeegenüsse die Touristen. Aber aufgepasst – für den Espresso legt man hier schon etwas mehr hin.

Venedig Rialtobrücke ©Diana Seufert

Über all dem wacht der Markuslöwe, das Attribut des Heiligen Markus. Ob auf dem Glockenturm, auf der Kirche selbst, in der die Gebeine den Evangelisten ruhen, oder auf dem Uhrturm: Der geflügelte Löwe ist das Symbol Venedigs und an vielen Ecken in der Stadt anzutreffen.

Ein Spaziergang durch die schmalen Gassen, vorbei an den prächtigen Gebäuden und über die Brücken führt unweigerlich zur Seufzerbrücke. Und auch die Rialtobrücke, die das wirtschaftliche mit dem religiösen Zentrum verband, lassen die wenigsten aus. Ein Espresso in einer kleinen Bar, gegenüber einem Laden mit venezianischen Masken. Beim Schlendern stößt man auf die vielen Brunnen, die mit schweren schmiedeeisernen Deckeln versehen sind. Vor Jahrhunderten waren sie alle offen, erzählt die Reiseführerin. Doch dann haben die Venezianer ihre Toten hineingeworfen. Seitdem sie alle gut versiegelt.

©DianaSeufert

Folgt man der Uferpromenade, wo die Gondolieren auf Kundschaft warten und eher selten singen, mit dem Blick auf die Kirche San Giorgio Maggiore, erreicht man in wenigen Minuten das Biennale Gelände mit dem Stadtpark. Bis zum nächsten Internationalen Kunstfestival in den Pavillons muss man sich aber noch bis 2021 gedulden. 2020 findet die Architektur-Biennale statt.

Venedig mit seinen über 100 Inseln ist geformt wie ein Fisch. Der Go ist vor allem auf Burano ein typischer Fisch, der häufig auf den Teller kommt. Doch in der Lagunenstadt gibt es weitaus mehr Kulinarisches als Meeresfrüchte.  Dolci, die Desserts zum Beispiel. Schließlich behaupten die Venezianer, das Tiramisu erfunden zu haben – und das im Rotlichtviertel. Die Nachspeise haben die Männer angeblich nach schwerer Anstrengung gegessen.

Buranos Häuser ©Diana Seufert

Gutes Gebäck mag man auch auf der Nachbarinsel Burano. Bussolai, die Gebäckkringel, werden mit Liebe und viel Butter hergestellt. Die Leckerei ist neben den feinen Spitzendecken und anderer Textilien die Spezialität der Insel, die sich nach wie vor den Charme eines kleinen Fischerorts bewahrt hat. Über die Handwerkskunst des Spitzenklöppelns kann sich im Museo des Merletto, dem Klöppel-Museum, ausführlich informieren.  Es ist zwar nicht ganz so bunt wie die meisten Häuser Buranos, aber mit seinen orientalischen Fenstern nicht weniger reizvoll. Und warum hat jedes Haus eine andere Farbe? Angeblich, damit die Fischer ihr eigenes Heim nach getaner Arbeit schnell wiederfinden können.

Murano Glas ©Diana Seufert

Freunde der Glaskunst zieht es auf die Insel Murano. Venezianisches Glas war schon vor Jahrhunderten ein Verkaufsschlager. Bei der Manufaktur Massimiliano Schiavon Art Team setzt man nicht nur auf Gebrauchsglas, sondern zaubert wahre Kunstwerke mit dem zerbrechlichen Werkstoff. Glasbläser geben dem Besucher einen spannenden Einblick in die schweißtreibende Arbeit am 1200 Celsius heißen Ofen. Siliziumsand, ergänzt durch Mineralien für die Farbe, vermischen sich zu einer geschmeidig-zähen Masse, die der Glasbläser in Form bringt. Der Kreativität darf man freien Lauf lassen. Von Vasen und Schüsseln über Deckenleuchter bis zu Designer-Kunstobjekten ist die Palette schier unerschöpflich. Selbst ein Motorradfahrer aus Glas ist im Showroom zu entdecken. Einfach faszinierend.

Canale Grande ©DianaSeufert

Fürs Inselhopping nutzt man öffentliche Verkehrsmittel – die Vaporetti, also die Wasserbusse. Oder man lässt sich per Wassertaxi durch die Lagune schippern, die oft mit richtig Speed über die Wellen peitschen.

Wer für den Venedigtrip nicht direkt in der Lagunenstadt übernachten will, findet in den Küstenorten Unterkünfte vom Campingplatz bis zum Fünf-Sterne-Haus. Mit dem Falkensteiner Hotel & Spa findet sich in Jesolo übrigens eines der wenigen Fünf-Sterne-Häuser der Region. Der Nachbarort Venedigs mit einem 15 Kilometer langen Sandstrand und sauberem Wasser an der nördlichen Adria lockt nicht nur die Badegäste an. Zeit für einen ausgedehnten Strandspaziergang darf man sich gerne nehmen. Nette Bars für einen Drink am Abend und gute Restaurants findet man entlang des Strands. Und zum Shoppen lockt die größte Fußgängerzone Europas.

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