Trotz des Ukraine-Krieges ist das Reisen nach Polen sicher

Vom Krieg in der Ukraine bleibt die Reisebranche nicht unbeeindruckt. Das Nachbarland Polen ist das Hauptziel von Ukrainerinnen und Ukrainern, die vor dem Krieg in ihrer Heimat fliehen. Angesichts dessen fragen viele Reisende, ob sie derzeit nach Polen reisen können. Konrad Guldon, der Leiter des Polnischen Fremdenverkehrsamtes in Deutschland, sieht derzeit keinen Grund, auf eine geplante Reise zu verzichten.

„Die beliebtesten Reiseziele der Deutschen liegen vor allem im Westen unseres Landes“, so Guldon. „Ostseebäder wie Kolberg und Swinemünde oder Regionen wie das Riesengebirge und das Hirschberger Tal sind ähnlich weit entfernt von dem Kriegsgeschehen wie beispielsweise Berlin.“  Zwar nehme sein Land derzeit sehr viele Flüchtlingen aus der Ukraine auf, aber die kämen überwiegend bei Landsleuten unter, die bereits in Polen lebten oder würden von polnischen Familien aufgenommen. Zwar habe man auch einige Ferienunterkünfte zur Aufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt, aber dabei handele es sich nicht um Einrichtungen, die üblicherweise von deutschen oder anderen ausländischen Gästen genutzt würden. Damit sei auch in Zukunft nicht zu rechnen.

Er gehe derzeit „nicht davon aus, dass Gäste, die ihren Urlaub in Polen verbringen, Einschränkungen hinnehmen müssen“, so Guldon. „Aber sie werden überall im Land die Zeichen der Solidarität mit unserem Nachbarland Ukraine sehen.“ Er hoffe sehr, „dass der Krieg in der Ukraine und damit das Leid der Menschen dort sehr bald beendet wird“, so Guldon, „denn der Tourismus weltweit lebt vom friedlichen Zusammenleben der Menschen und dem Austausch der Kulturen.“

Natürlich habe er Verständnis für Menschen, die angesichts der Bilder des Krieges jetzt generell nicht in Urlaub fahren möchten – ob nach Italien, in die Türkei oder nach Polen. Aber viele seien nach zwei Jahren Corona-Beschränkungen und Home-Office auch erschöpft und wünschten sich sehnlichst eine Reise, um sich zu erholen und mal wieder etwas Anderes zu sehen. „Auch dieses Bedürfnis ist natürlich legitim“, so Konrad Guldon.

Was Corona angeht, so stellt sich die Situation in Polen derzeit sehr positiv dar. Seit Wochen sind die Infektionszahlen rückläufig und die Inzidenz von aktuell rund 200 pro 100.000 Einwohner liegt weit unter der in Deutschland und vielen anderen Ländern Europas. Deshalb wurde Polen auch bereits vor einiger Zeit von der Liste der Hochrisikogebiete des Robert-Koch-Instituts gestrichen und auch Reisende ohne vollständigen Impfschutz müssen nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne. www.polen.travel