Sicherer Start in die Skisaison

Ischgl Gesundheitsmaßnahmen 2020 ©TVB Paznaun-Ischgl

Maskenpflicht, größerer Abstand und viel Desinfektionsmittel – in den Skigebieten bestimmen strenge Vorsichtsmaßnahmen den Alltag. Noch immer hoffen unzählige Menschen trotz steigender Infektionszahlen auf den Winterurlaub, denn gar nicht Skifahren ist für viele auch keine Lösung. Damit die Gäste so sorgenfrei wie möglich ihren Skiurlaub genießen können, haben die Wintersportorte an ausgefeilten Sicherheitskonzepten und Hygieneregeln gearbeitet und buhlen mit lukrativen Angeboten um Gäste. Da jede Landesregierung eigene Vorgaben hat, sind die Corona-Regeln nicht überall gleich. Eines aber haben sie gemeinsam: vollbesetzte Lifte und wummernde Schirmbars wird es in diesem Winter nicht geben. In Österreich hat das Gesundheitsministerium bereits im Frühjahr eine Corona-Taskforce mit Experten verschiedenster Disziplinen eingerichtet, die auch Skigebiete medizinisch-wissenschaftlich berät und für ein Krisenmanagement gerüstet ist.

Mit Online-Tickets auf die Piste durchstarten

Die Bandbreite an Maßnahmen ist groß: Ohne Mundschutz geht in öffentlichen Bereichen nichts. Wer seine Maske vergisst, kann an den Skikassen vieler österreichischer Skiorte Multifunktionstücher für ein bis zwei Euro kaufen. In einigen Skigebieten wie Ischgl, Axamer Lizum, Warth-Schröcken oder Schladming-Dachstein in der Steiermark bekommen die Wintersportler die Schlauchtücher mit dem Kauf eines Skipasses sogar geschenkt. Apropos Lifttickets: Bislang hat noch keine Region konkrete Pläne vorgelegt, die Zahl der Liftkarten zu kontingentieren und dementsprechend muss man die Tickets nicht im Vorfeld kaufen. Allerdings haben die Skigebiete in den Regionen Innsbruck und Schladming-Dachstein Alternativen zum herkömmlichen Skipasskauf an der Kasse eingeführt. Dort können die Lifttickets online erworben, aufgeladen und an Automaten beziehungsweise im Hotel abgeholt werden.

Zusätzliche Busse in Bereitschaft

In allen Alpenländern gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht in Skibussen und Bergbahnen. Die Tiroler Zugspitz-Arena und die steirische Tourismusregion Schladming-Dachstein haben sogar ihre Skibus-Flotte aufgerüstet. Letztere hält für Spitzenzeiten drei Busse permanent in Bereitschaft. Überall werden die Verkehrsmittel mit modernen Technologien desinfiziert und gesäubert. In Serfaus-Fiss-Ladis übernehmen das sogenannte Kaltverneblungsgeräte, die mit einem Tröpfchennebel etwa 99,9 Prozent der Viren eliminieren und so Gondeln, Skibusse und die U-Bahn Serfaus reinigen. So desinfiziert auch Ischgl seine Lifte, Busse und viele öffentliche Einrichtungen wie Toiletten, Erste-Hilfe-Stationen, Sportshops und Skidepots. Dort betonen die Verantwortlichen, dass der Wirkstoff biologisch, ungiftig, ph-neutral sowie haut- und augenfreundlich ist.

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Liftbetrieb ohne Schlange stehen
Skifahren Serfaus-Fiss-Ladis ©Andreas Kirschner

Allen Beteiligten sind die Wartezeiten an den Liften ein Dorn im Auge. Daher lässt Ischgl die Lifte unabhängig vom Andrang maximal schnell laufen, damit es zu keinen unnötigen Menschansammlungen beim Anstehen kommt. Außerdem behält sich die Silvretta Arena ausdrücklich vor, bei zu hohem Fahrgastaufkommen eine Personenlimitierung einzuführen. Daran denkt das Innsbrucker Skigebiet Kühtai noch lange nicht. Im Gegenteil. Es lockt nicht nur mit viel Platz auf breiten Pisten, sondern mit dem brandneuen 6er-Gaiskogel-Sesselift, der die Gäste nun wesentlich schneller befördert. So auch auf der Fisser Nordseite im Skigebiet Serfaus-Fiss-Ladis, wo eine neue 8er-Sesselbahn das Schlange stehen verringert und für einen flüssigen Fahrbetrieb sorgt. Übrigens gelten Sessellifte laut Virologen als wirklich unbedenklich. Ein großes Plus für Warth-Schröcken am Arlberg, denn dort transportieren im Skigebiet fast ausschließlich Sessellifte (90 Prozent) die Wintersportler den Berg hinauf – Großraumgondeln gibt es hier nicht. Um die Gästeströme von Anfang an zu entzerren, setzt die Tiroler Zugspitz-Arena auf neue Liftfahrzeiten. So fahren die Bergbahnen diesen Winter in Ehrwald, Lermoos und Biberwier bereits ab 8 Uhr, in Berwang und Bichlbach ab 8.30 Uhr. Auch die Skischulen, Skiverleihe und Skidepots verlegen ihre Öffnungszeiten vor.

Hüttengenuss mit gedämpfter Musik und Kaffeehaus-Atmosphäre

Die Gastronomiebetriebe in den Skigebieten der Tiroler Zugspitz-Arena bieten entsprechend der vorverlegten Liftzeiten auch frühere Mittagessenszeiten ab 11 Uhr an. Generell gilt für fast alle Bergrestaurants und Skihütten: Der Verzehr von Speisen und Getränken ist nur im Sitzen erlaubt und oftmals empfehlen die Wirte sogar eine Tischreservierung. Ischgl hat vor, die Anzahl der Gäste in den Bergrestaurants bei zu hohem Aufkommen zu limitieren. Tipp: Smartphone nicht vergessen, denn die Speise- und Getränkekarten sind nicht nur in der Region Innsbruck oder in Ischgl digital über einen QR-Code abrufbar. Alle Regionen verzichten nach Liftschluss auf Après-Ski. Musik läuft nur gedämpft im Hintergrund, Veranstaltungen fallen weitgehend aus. Serfaus-Fiss-Ladis setzt dem noch eines obendrauf: Dort herrscht Kaffeehaus-Atmosphäre, denn die Schirmbars werden mit Tischen und Stühlen versehen und es werden unter anderem Heißgetränke und Kuchen serviert.