Polens Ostseeküste im Winter – Einsame Strände und eine gesunde Luft

Mühlenbake in Swinemünde ©Idea Spa
Mühlenbake in Swinemünde ©Idea Spa

Am Strand von Ustronie Morskie (Henkenhagen), wo im Hochsommer die Handtücher dicht an dicht liegen, teilen sich die wenigen Wanderer und Nordic Walker den Strand mit Möwen und Schwänen. Gut verpackt genießen sie die Ruhe und die klare Luft. Bedeutete vor wenigen Jahren das Ende der Sommerferien auch das Ende der touristischen Saison, so ist Ustronie Morskie heute wie viele andere kleinere Ostseebäder ein Ganzjahresziel. Mehre neue 3- und 4-Sterne-Hotels mit Hallenbad und Sauna sorgen für eine deutliche Belebung.

„Im Winter traf man früher in den großen Seebädern Kolberg und Swinemünde fast nur Rentner, die dort zur Kur weilten und die übrigen Orte wirkten wie ausgestorben“, weiß Carsten Wolf. Er ist Geschäftsführer des in Kołobrzeg (Kolberg) ansässigen Reiseveranstalters Travel-Netto und verfolgt die Entwicklung seit vielen Jahren. Überall an der polnischen Küste wurden neue Wellnesshotels mit Hallenbad und Sauna errichtet, die auch in den Wintermonaten geöffnet haben. „Das beschert uns in den Wintermonaten von Jahr zu Jahr auch zweistellige Zuwachsraten bei unseren deutschen Gästen “, so Wolf. Durch die wachsende Gästezahl ändert sich auch die Atmosphäre der Orte. Viele Cafés und Restaurants, die früher im Winter schließen mussten, bleiben jetzt ganzjährig geöffnet.

Kolberger Strand im Winter ©Idea Spa
Kolberger Strand im Winter ©Idea Spa

Für die Gesundheit bietet sich ein Aufenthalt im Winter besonders an. Dann ist der Jodgehalt der Luft an der Ostsee besonders hoch. Das Reizklima wirkt sich positiv auf die Atemwege und die Haut aus – und die frische Luft vertreibt den Winter-Blues. Umso mehr, wenn man sich auf das Aufwärmen bei einem heißen Tee oder in der Sauna freuen kann. Mehrere temporäre Eisflächen bieten Gelegenheit zu sportlicher Betätigung, so etwa in Kolberg oder Dziwnów (Dievenow) öffnen. Wenn es an der Küste schneit, gleiten nicht nur Ski-Langläufer über den Strand. Im Seebad Sopot (Zoppot) kann man sogar mit Seeblick wedeln. Am Berg Lysa Góra gibt es eine rund 300 Meter lange Piste, einen Schlepplift und ein Verleih von Wintersportausrüstung.

Der Winter ist vor allem die Zeit der Walrösser. Überall an der polnischen Küste kann man sie beobachten, manchmal sogar zu Hunderten oder Tausenden vereint. Morsy, Walrösser, nennen sich in Polen die Eisbader, die sich voller Begeisterung in die kalten Fluten werfen. Ihre heimliche Hautstadt ist das kleine Seebad Mielno (Großmöllen). Seit 15 Jahren trifft sich jedes Jahr im Februar dort ein bunt gemischtes Völkchen zum gemeinsamen Bad. Kinder und Greise sind dabei, inzwischen auch eine ganze Reihe von Teilnehmer aus dem Ausland. Drei Tage dauert das Treffen, zu dem gemeinsame Partys ebenso wie ein kostümierter Umzug durch den Ort gehören.

Zum 15-jährigen Jubiläum vom 9. bis 11. Februar 2018 gilt es, den eigenen Rekord im Massen-Eisbaden zu brechen. In diesem Jahr beteiligten sich 2.350 Menschen am gemeinsamen Sprung in die zwei Grad kalten Fluten. Größter Konkurrent von Mielno ist Kolberg. Zum dortigen Walross-Treffen vom 12. bis 14. Januar werden ebenfalls einige Hundert Teilnehmer erwartet. Erstmals findet an diesem Wochenende auch eine Meisterschaft im Nordic Walking statt. Klar, dass die Teilnehmer auf der fünf Kilometer langen Strecke nur in Badekleidung unterwegs sind.

Niedrig sind nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Preise. Für viele Gäste ist das auch ein triftiger Grund, um im Winter an die Ostsee zu reisen. Schon gleich nach Neujahr purzele die Preise und liegen dann um die Hälfte oder gar um zwei Drittel niedriger als in der Hochsaison. So bietet Travel-Netto beispielsweise einen Kurzurlaub im neuen 5-Sterne-Wellnesshotel Grand Lubicz in Ustka (Stolpmünde) bereits für 35 Euro pro Person und Nacht mit Halbpension an. Eine Woche mit Vollpension im neuen Mittelklassehotel Marisol in Świnoujście (Swinemünde) gibt es bereits für 169 Euro im Doppelzimmer. Weitere Informationen unter www.travelnetto.de