Ohne Maske ins Bierzelt, aber mit FFP2 ins Schloss

Schild vor Schloss Linderhof
Schild vor Schloss Linderhof ©Detlef Düring

Ministerpräsident Söder genießt auf Volksfesten das Bad in der Menge ohne Maske und auch das Oktoberfest will er ohne jegliche Maske besuchen. Von seinen Bürgern und Bayerns Gästen allerdings wird das Tragen einer FFP2 (nicht medizinischer) -Maske verlangt, wenn Sie das Schloss Linderhof besichtigen wollen.

Der Besucherandrang hält sich auf Schloss Linderhof zurzeit sowieso sehr in Grenzen, es gibt kein Gedränge oder große Warteschlangen. Eng auf eng, wie auf dem Oktoberfest geht es hier auch in den Räumen bei Besichtigungen nicht zu, aber doch muss hier Maske getragen werden, und vor allen Dingen FFP2, nicht die Medizinische. Auf dem Oktoberfest gelten keinerlei Covid-bedingte Maßnahmen! Welches Bild gibt hier die Staatsregierung gegenüber ihren Bürgern und vor allen Dingen den Gästen aus dem Aus- und Inland ab, wenn diese ohne Masken auf engstem Raum auf Volksfesten feiern dürfen, aber bei einer Schlossbesichtigung Masken tragen müssen, und dann noch FFP2? Vollkommen unverständlich und die dadurch wegbleibenden Gäste kosten den Steuerzahler viel Geld. Schlösser wie der Linderhof werden u.a. durch Steuern finanziert und solche willkürlichen Entscheidungen vermindern die Einnahmen und erfordern dadurch einen höheren Zufluss von Steuergeldern. Hier wird also willkürlich ohne gesetzliche Vorgaben oder einer epidemischen Lage leichtfertig mit dem Steuergeld der Bürger umgegangen.

Und wer ist dafür verantwortlich? Laut Pressesprecherin der Bayerischen Schlösserverwaltung Frau Wimberger „die Schlösserverwaltung in Abstimmung mit den örtlichen Personalvertretungen“, da es arbeitsschutzrechtlich erforderlich sei, weil bei Führungen größere Gruppen zusammenkommen. Diese reisen allerdings sowieso meistens zusammen in einem Reisebus ohne Masken an.

Info auf der Website von Schloss Linderhof
Info auf der Website von Schloss Linderhof ©Bayerische Schlösserverwaltung

Abgesehen davon, dass eine Gefährdungsbeurteilung lt.§ 5 des Arbeitsschutzgesetzes nur die Arbeitgeber und den Arbeitsplatz betreffen kann, keinesfalls Gegebenheiten die Kunden oder Besucher betreffen. Zur Gestaltung der Kundenbeziehung hat weder eine Personalvertretung noch ein Betriebsrat ein Recht auf Mitbestimmung. Wie kann also eine Personalvertretung, die ausschließlich für Mitarbeiter reden kann, Gästen und damit Kunden etwas vorschreiben und dem Steuerzahler dadurch mehr Kosten zu verursachen, denn viele wollen einfach keine Masken mehr tragen und zurück zu Normalität und Eigenverantwortung.

Auch müssen die Mitarbeiter von Schloss Linderhof, deren Personalvertretung es mit entschieden haben sollen, keine FFP2- Maske tragen, ist dieses doch gesetzlich durch die Arbeitsschutzverordnung verboten.

Und dass der Schlossbesuch laut Frau Wimberger vergleichbar ist „mit der einer Benutzung des ÖPNV“ ist eher eine peinliche als eine ernstzunehmende Begründung, übrigens gilt derzeit im ÖPNV nur die Pflicht zum Tragen einer Medizinischen Maske.

Der eigentlich für die Schlösser übergeordnet dafür zuständige Bayrische Finanzminister schweigt dazu, sein Pressesprecher verweigert dazu eine Stellungnahme.

Nur als kleine Randnotiz sei noch erwähnt, dass FFP2-Masken für 1 Euro das Stück, was angeblich ein Selbstkostenpreis sein soll, vor Ort an der Schlosskasse ohne Quittung verkauft werden. Allerdings sind Masken bei größerer Abnahme deutlich preiswerter zu haben. Wohin fließt also die Differenz, vielleicht in die Kaffeekasse? Laut Frau Wimberger werden diese „im Haushalt des Freistaats Bayern eingenommen und verbucht“, aber warum werden dann keine Quittungen, auch mit Ausweisung der Mehrwertsteuer, ausgestellt?