Kultur zwischen Almen und Bergen

Wandern in Leogang ©sportalpen.com

Bei Wintersportlern und im Sommer bei Wanderern und Bikern ist die Urlaubsregion Saalfelden Leogang, mitten im Salzburgerland, im Pinzgau, rund 70 Kilometer südwestlich der Stadt Salzburg schon seit langem sehr beliebt.

Von schroffen Bergen bis zu sanften Almwiesen, findet sich hier für jeden genau das, was einen Sommerurlaub in den Bergen perfekt macht: Wanderwege, Gipfelsiege, Trails und Radwege, Golfplätze und sehr viele ausgezeichnete Hotels und Unterkünfte für jeden Geschmack und Geldbeutel.

Bergbau und Gotik Museum Leogang ©Detlef Düring

Die kontrastreichste Region der Alpen ist aber auch der perfekte Ort für Kulturinteressierte und zeigt, dass es hochkarätige Kunst und Kultur nicht nur in Städten zu erleben gibt. Gab es früher in den Ferienorten Kurkonzerte und viel Blasmusik, ist das Angebot heute ganz anders, gerade in einer solchen Urlaubsregion wie in Saalfelden-Leogang, wo es auch gerade Jüngere zum Erholen hinzieht.

Es gibt dort etwas für jeden Geschmack, Traditionelles wie Modernes, Musik-Events, aber auch Kunstangebote wie Ausstellungen und Workshops, Theateraufführungen und natürlich viele andere Kulturveranstaltungen und -ausstellungen. Und inzwischen richten sich immer mehr Gäste bei ihrer Urlaubsplanung nach den Terminen des umfangreichen Kulturprogramms.

Gebetsnuss ©Detlef Düring

Kann man bei schönem Wetter tagsüber bei vielen unterschiedlichen Aktivitäten die atemberaubende Berglandschaft genießen, bietet sich bei schlechtem Wetter zum Beispiel ein Besuch in einem Museum oder Ausstellung an. Zum Beispiel ein Besuch im Schaubergwerk Leogang, in dem es um den historischen Erz-, Silber- und Kupferabbau in der Region geht, oder im Bergbau- und Gotikmuseum in Leogang mit der spätgotischen Hüttschmiede ein.

Neben der Aufarbeitung der 3200 Jahre bis 1970 dauernden Bergbau-Geschichte der Region beherbergt das Museum eine stattliche Sammlung an Madonnenfiguren, unter anderem auch eine besonders schöne Salzburger Steinguss-Madonna aus dem Jahr 1400, oder aber eine seltene und wertvolle Gebetsnuss aus dem Jahr 1480. Das Museum hat Hermann Mayrhofer in den letzten 27 Jahren aufgebaut. Heute ist der 72jährige Leiter und Kurator des Museums, und führt auch heute noch gerne Gäste mit viel Begeisterung und Fachwissen durch die Ausstellung, auch wenn er mittlerweile den Großteil der Arbeit an seinen Sohn und ein hochmotiviertes Team abgegeben hat. Ihm ist auch zu verdanken, dass seit Jahren immer wieder, alte Leoganger Kunstwerke aus der ganzen Welt an ihren Ursprungsort zurückfinden und inzwischen auch viele renommierte internationale Museen, wie z.B. der Louvre, interessante Ausstellungsstücke leihweise zur Verfügung stellen. Mit der Löwen-Alpin Card ist der Eintritt übrigens kostenlos.

TONspuren, ALM:KULTUR oder Internationales Jazzfestival

Aber die wirklichen sommerlichen Kultur-Highlights sind die Konzertreihen. Am bekanntesten ist das Internationale Jazzfestival Saalfelden, das alljährlich Ende August stattfindet. Schon zum 39. Mal

Tonspuren Dreamers Circle Leogang ©Detlef Düring

treten dieses Jahr wieder Jazz-Newcomer und bekannte Stars der Szene auf und machen aus ganz Saalfelden eine Art großen Jazz-Keller. Mehr dazu in dem Artikel „Jazz – Coole Sounds zwischen Almen und Bergen“

TONspuren am Asitz – Klezmer, Klassik, Folk Music
Alte Schmiede

Auf fast 2000m Höhe am Asitz, vor der Kulisse der schroffen Steinberge, finden jeden Sommer von Juni bis August fünf einzigartige Konzerte ganz unterschiedlicher Musikrichtungen statt. Dieses Jahr sind bereits die Osttiroler „Banda Franui“, die Skandinavier von „Dreamers’ Circus“ und die „Klezmer Connection“ aus Salzburg bereits aufgetreten. Am 9.8.18 wird es eine außergewöhnliche Inszenierung der Oper Carmen von Bizet geben und am 16.8.18 spielen zum Abschluss die „Neuen Wiener Concert Schrammeln“ auf.

Mit den Leoganger Bergbahnen geht es bequem rauf auf den Asitz, wo etwas unterhalb der Alten Schmiede dieses Jahr die Tonspur-Bühne aufgebaut ist. Während des Konzerts sieht man die Sonne hinter den Bergen untergehen, während man den Klängen lauscht.

Nach dem Konzert geht es dann noch zum Aufwärmen, denn in dieser Höhe wird es auch im Sommer abends schnell kühler, noch in die Alte Schmiede, einer liebevoll mit vielen alten Sammlerstücken eingerichteten Almhütte und Europas höchstgelegenes Brauhaus, zu einer Suppenjause mit Kaspressknödeln und einem selbstgebrauten Bier. Diese Konzerte kosten jeweils incl. Berg- und Talfahrt mit der Bergbahn und der Suppe ab 32 €uro.

Gertrud Huber auf der Örgenbauernalm ©Detlef Düring
ALM:KULTUR

Künstlerisch in ungewöhnlichem Ambiente wird es bei der ALM:KULTUR zwischen Anfang Juli und Anfang September jeden Freitag ab 13 Uhr. Auf abwechselnd sechs urigen Almhütten, die meisten abseits der touristisch mit Seilbahnen erschlossenen Gebiete liegen, geben unter dem Motto „Tradition trifft Moderne“ verschiedene Musiker und Künstler Konzerte, Schnitz- und einen Tanz-Workshops, oder erzählen Sagen, inmitten einer wunderschönen Bergkulisse. Jeder kann kommen und teilnehmen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich, und kostenlos ist auch noch alles. Nur etwas Anstrengung und Schweiß beim Hinaufwandern kostet es. Und auch viele Wanderer kommen aus purem Zufall in den Genuss eines tollen Kulturangebotes, wenn Sie gerade in der richtigen Almhütte eine Pause einlegen.

Mich selber hat vor einigen Wochen auf der Örgenbauernalm ein hervorragendes Zitherkonzert von Gertrud Huber begeistert. Während ich mich mit einem hervorragenden Kaiserschmarren stärkte, spielte sie nicht nur alpenländische Zitherstücke, sondern ebenfalls eher lateinamerikanische und jazzige Kompositionen.

Weitere zukünftige Höhepunkte der ALM:KULTUR sind:

Das Konzert der „Hollerstauden“ am 3. August auf der Sinnlehenalm. Das Pinzgauer Gesangstrio intoniert vom Volkslied über Oldies bis zu Rocksongs jedes Stück auf seine ganz besondere Art und auch vor – zum Teil sehr lustigen – Umtextungen scheuen die drei Damen nicht zurück und so wird aus dem Sommerhit „Despacito“ der Hollerstauden-Hit „Des passt mir so…“.

Klarinettenmusik hoch 3 bietet das Trio „Clarino Alpin“ am 10. August auf der Örgenbauernalm. Die drei Musiker lehren am Musikum Salzburg und spielen bei ihren Auftritten Werke aus der reichen Musikgeschichte, was bedeutet, es geht von Bach bis Reinhard Fendrich. An diesem Tag zeigt der Saalfeldner Schnitzmeister Hermann Gruber übrigens auch einfache Schnitzvarianten für kleine und große Laien-Schnitzer.

TimMcMillan ©Kellie Fernando

Urig wird es am 17. August auf der Steinalm, wenn die „Saalfeldner Holzmusi“ aufspielt. Die 1929 gegründete Musikgruppe spielt, wie der Name schon sagt, verschiedene, aus Holz geschnitzte Rhythmusinstrumente – einzige Ausnahme ist die Ziehharmonika. Die einzelnen Instrumente haben jeweils Formen und Köpfe von drachenähnlichen Fabelwesen.

Solche Fabelwesen kommen auch in den Geschichten von Sagenerzähler Hans Pichler vor, der am 31. August auf der Sinnlehenalm einige davon live vorträgt. Dabei geht es von Bergmandln über „salige“ Frauen bis zu besonderen Füchsen – alle aus der Region Saalfelden Leogang.

Den Abschluss der ALM:KULTUR macht dann am 7. September das Folk/Jazz-Duo „Tim McMillan & Rachel Snow“ auf der Peter Wiechenthaler Hütte. Der Gitarrenvirtuose Tim und die Geigerin Rachel kommen aus Australien und spielen einen Mix aus Jazz, Metal, Folk und Celtic-Rock. Dazu gibt es lustige Geschichten aus dem australischen Busch.

nitsch Raum im Krallerhof
Kunst im Krallerhof

Und wer bei so viel Kunst- und Kulturgenuss, auch ein entsprechendes Hotel sucht, dem sei der Krallerhof empfohlen, welcher nicht nur ein erstklassiges Vier-Sterne Superior Wellnesshotel ist, sondern auch viel extravagante Kunst bietet. So hängen im ganzen Haus viele Kunstwerke international namhafter Künstler, aber auch so ein Ausnahmekünstler, wie der Österreicher Hermann Nitsch, hat einige Räume des Hotels gestaltet und natürlich auch mit eigens dafür angefertigten Kunstwerken ausgestattet. So hängen teils überdimensionale, meditativ-ruhige oder inspirierende Werke von ihm im „nitsch raum“, um den Gästen im Wellnessbereich Kunstgenuss in Kombination mit Zur-Ruhe-Kommen zu bieten. Mitten im Obstgarten gibt es mit dem preisgekrönten Ruhekristall einen lichtdurchfluteten Raum mit herrlichem Ausblick auf die imposante Bergwelt des Steinernen Meeres entstanden. Umgeben von einer inspirierenden Wandmalerei des Künstlers Ty Waltinger ist dieser Kraftplatz wie geschaffen zum Entspannen. Und auch die neuen 22 Farbsuiten sind farbenreich und vielen Kunstwerken gestaltet.

Weitere Informationen unter www.salzburgerland.com und www.saalfelden-leogang.com

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