Komodo-Nationalpark nur noch etwas für Reiche – 1000 US-Dollar Eintritt ab Januar 2021

Die indonesische Insel Komodo, auf der tausende der seltenen Komodowarane leben, ist bereits seit Längerem im Gespräch. So hatte es Überlegungen gegeben, das Eiland aus Naturschutzgründen zu schließen, die jedoch verworfen wurden. Grund dafür waren Forschungsergebnissen, die zeigten, dass die Natur trotz steigender Besucherzahlen im Gleichgewicht sei.

Lange wurde spekuliert, nun ist es auch vom indonesischen Tourismusministerium bestätigt: Ab dem 1. Januar 2021 bezahlen Besucher des Komodo-Nationalparks eine einmalige Eintrittsgebühr von 1.000 US-Dollar. Dafür erhält man eine spezielle Mitgliedskarte, mit der man ein Jahr lang Einlass zu allen Inseln des Komodo-Nationalparks hat. Dieses System soll Besuchern einen besseren Zugang zum Park und den darin lebenden Komodowaranen ermöglichen, zu erneuten Besuchen anregen und Investitionen in die Erhaltung des Parks fördern.

Komodowaran ©Wonderful Indonesia

Aber in erster Linie heißt es wohl, dass nur noch Reiche den Komodo-Nationalpark besuchen können. Und lächerlich klingt es, wenn man dafür über ein ganzes Jahr den Nationalpark besuchen kann. Welcher Tourist außer Millionäre kann sich das leisten, oder immer wiederkommen? Um den Overtourismus in den Griff zu bekommen, würden auch die reglementierte Vergabe von Zugangskarten oder ähnliches pro Tag reichen, wie es in Nationalparks in anderen Ländern praktiziert wird. Wobei der Sinn der Maßnahme sowieso fraglich ist, da Forschungsergebnissen eben zeigten, dass die Natur trotz steigender Besucherzahlen im Gleichgewicht sei. Also warum nun diese unverschämt hohe Forderung an einer Eintrittsgebühr. Die Frage ist auch, wohin dieses Geld wirklich fließen wird, ob wirklich in entsprechender Höhe in den Park investiert wird, oder nicht? Indonesien ist immerhin ein Land wo Korruption Teil der Gesellschaft ist. Da wird das Geld wohl eher größtenteils in Taschen von Politikern und Beamten landen.

Auch sollte die Unesco sich fragen, ob es mit ihrem Selbstverständnis vertretbar ist, wenn ein Weltkulturerbe nur noch von Reichen zu bestaunen ist.

Fast zynisch klingt es, wenn Besucher, die die neue Jahreseintrittsgebühr nicht bezahlen können, aber dennoch Komodowarane in freier Wildbahn sehen möchten, empfohlen wird, die Insel Rinca zu besuchen. Hier bleiben die bestehenden Eintrittsgelder unverändert. Für alle weiteren Inseln des Nationalparks wird die neue Karte benötigt, wobei diese auf maximal 50.000 pro Jahr limitiert ist. Müssen die Komodowarane auf Rinca nicht geschützt werden? Hier werden zukünftig dann wahrscheinlich noch viel mehr Touristen kommen, die auf die anderen Inseln nicht mehr ausweichen können.

Der Nationalpark auf der Insel Komodo, südöstlich von Bali kann natürlich weiterhin, wenn auch nur von Reichen besucht und von Luxus-Reiseveranstaltern angeboten werden. Künftig soll dabei der Fokus stärker auf sanften Ökotourismus, aber vielleicht sicherlich auch auf ökonomischen Tourismus gelegt werden, Wirtschaftsförderung für die Korruption?

Über den Komodo-Nationalpark:

Der Komodo-Nationalpark in der indonesischen Provinz Ost-Nusa Tenggara umfasst die drei großen Inseln – Komodo, Rinca und Padar – sowie 26 weitere kleinere Inseln. Der Park erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 1.733 km2, von denen 603 km2 an Land sind, und wurde 1980 speziell zum Schutz der Komodo-Warane und der Unterwasserwelt gegründet. 1991 wurde der Park offiziell zum UNESCO-Welterbe erklärt.