Der Goldsteig führt nun auch durch Böhmen

Boehmerwald ©Pavel Ouředník
Boehmerwald ©Pavel Ouředník

In Tschechien wurde der mehr als 600 Kilometer lange Teil des Goldsteig-Wanderwegs fertiggestellt. In der bayerisch-böhmischen Grenzregion steht Wanderern jetzt ein Netz von rund 2.000 Kilometer langen Wegen über das „grüne Dach Europas“ zur Verfügung. Wo einst der „Eiserne Vorhang“ verlief, entstand eine der größten und attraktivsten Wanderregionen des Kontinents. Die offizielle Eröffnung findet am 6. Juni 2018 statt

Das bereits in Deutschland genutzte Goldsteig-Logo ist jetzt auch auf dem gesamten tschechischen Wegenetz zu sehen. Ein orangefarbenes „S“ kennzeichnet die Haupt-Wanderwege, ein blaues die Neben- und Verbindungswege. Rund 800 Hinweisschilder wurden vor allem an Kreuzungen und Wegegabelungen montiert. An wichtigen Punkten wurden zudem 40 große Infotafeln aufgestellt. 20 neue Rastplätze ergänzen die bereits vorhandenen. Genutzt werden zu etwa 90 Prozent bestehende Wanderwege, die bereits vom tschechischen Touristenklub (KČT) ausgeschildert und gepflegt wurden. Rund zehn Prozent der Wege wurden neu vorbereitet, um die bestehenden Abschnitte besser zu verknüpfen.

Boehmerwald ©Pavel Ouředník
Boehmerwald ©Pavel Ouředník

„Goldene Steige“ hießen im Mittelalter die Handelswege, auf denen Salz, das „weiße Gold“, aus dem Donauraum nach Böhmen transportiert wurde. Vor zehn Jahren war der Start für den Goldsteig-Wanderweg, der auf deutscher Seite durch den Bayerischen und den Oberpfälzer Wald führt. Nun kommen auf tschechischer Seite Routen durch den Böhmerwald hinzu. Insgesamt gibt es zwischen dem deutschen und tschechischen Abschnitt des Goldsteigs zwölf neue Verbindungswege.

Die Hauptroute verläuft auf fast 300 Kilometern durch Südböhmen und die Pilsener Region. Über den Grenzübergang Mlaka (Bischofsreut) führt der Goldsteig den Wanderer von Ostbayern nach Südböhmen und mitten hinein in den Nationalpark Šumava (Böhmerwald). Auf dem Weg liegt Volary (Wallern), das für seine alpenländischen Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert bekannt ist. Weiter geht es, vorbei an den Burgruinen Hus (Gans) und Libínské sedlo (Pfefferschlag) sowie dem Aussichtsturm Libín (Liebing), nach Prachatice (Prachatitz) der „Renaissance-Perle Südböhmens“. Das Museum zeigt eine interaktive Ausstellung zum Goldenen Steig und führt den historischen Weg des weißen Goldes anschaulich vor Augen.

Burg Kašperk ©David Charouz
Burg Kašperk ©David Charouz

Über Husinec (Hussinetz), der Geburtsstätte von Jan Hus, gelangen Wanderer nach Vimperk (Winterberg). Das dortige Schloss, der malerische Stadtplatz und Reste der mittelalterlichen Stadtmauer zeugen noch heute von der bewegten Geschichte dieser alten Handelsstadt. Der Goldsteig führt weiter Richtung Westen durch die sanft gewellte Šumava-Landschaft in die Königsstadt Kašperské Hory (Bergreichenstein), die dank ihrer malerischen Umgebung und der gotischen Burg Kašperk zu den Highlights des Nationalparks zählt. Von dort führt der Goldsteig weiter über Domažlice (Taus) und durch die Landschaft des Böhmerwaldes bis nach Chodové Plané (Kuttenplan), unweit des berühmten westböhmischen Kurbads Marienbad.

Karten sind bei den örtlichen Fremdenverkehrsämtern sowie im Büro von CzechTourism in Berlin erhältlich. Deutschsprachige Informationen gibt es zudem auf der Website www.zlatoustezkou.cz, sowie unter www.goldsteig-wandern.de . Weitere Informationen zu Wanderurlaub und anderen touristischen Angeboten bietet CzechTourism unter www.czechtourism.com