Gastein – Ein Tal für Künstler und Kulturbegeisterte

Gastein hat nicht nur eine lange Tradition als Kurregion. Auch Künstler und Kulturinteressierte fühlten sich hier schon immer besonders wohl. Natur und Ort inspirieren Maler, Musiker und Schriftsteller seit dem 19. Jahrhundert. Den passenden Rahmen bieten in Gastein Veranstaltungen wie das Festival sommer.frische.kunst, die Alm:Klassik oder die Schubert-Tage.

kunstresidenz – den Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen

Vom 6. Juli bis 30. September findet 2017 zum achten Mal das sommer.frische.kunst Festival statt. Der Kern des Festivals ist ein Artist-in-Residence-Programm, das Stipendiatenprogramm „kunstresidenz“, bei dem jährlich mehrere junge Künstler und Künstlerinnen aus der ganzen Welt einige Wochen in Gastein verbringen, um zu arbeiten. Passende Ateliers stehen ihnen im Kraftwerk am Wasserfall in Bad Gastein zur Verfügung. Wer so einen künstlerischen Schaffensprozess direkt miterleben möchte, kann die Künstler in dieser Zeit in ihren Atelierräumen besuchen. Zum Art Weekend vom 28. bis 30. Juli und bis zum Ende des Festivals sind alle entstandenen Arbeiten dann in einer Sammelausstellung zu besichtigen. 2017 sind folgende Künstler Teil der kunstresidenz: Giuseppe Gonella, Italien; Takeo Markquardt, Japan/Deutschland; Patricia Reinhart, Österreich/Frankreich; Helga Schmidhuber, Deutschland; Christian Schwarzwald, Österreich/Deutschland und Muhannad Shono, Saudi-Arabien.

sommer.frische.kunst auf der Art Cologne und in einer Ausstellung in Hamburg

Der Erfolg veranlasste die Initiatorin und Kuratorin des Festivals, Andrea von Goetz und Schwanenfliess, das Kunstfestival in diesem Jahr erstmals außerhalb des Gasteinertals zu präsentieren: Mit den Werken ehemaliger kunstresidenz-Stipendiaten ist sie im April auf der internationalen Kunstmesse Art Cologne vertreten gewesen und wird von Juli bis August im Rahmen der „Höhenrausch“ Ausstellung im Collectors Room in Hamburg sein.

Jazzkonzerte und Kunst-Spaziergänge

Neben der kunstresidenz gibt es zum sommer.frische.kunst Festival aber auch noch ein umfangreiches Rahmenprogramm. Im Rahmen der „akademie“ werden Workshops für Kunstinteressierte zu den Themen Druck, Fotografie und Malerei angeboten, geleitet jeweils von ausgewählten Künstlern. Bei summer.jazz.in.the.city finden vom 28. Juni bis zum 23. August jeden Mittwoch Open-Air-Jazzkonzerte im Merangarten statt. Und es gibt spezielle Kunstführungen durch Bad Gastein, die unter anderem an den Werken ehemaliger Stipendiaten und anderer zeitgenössischer Künstler wie Gerwald Rockenschaub oder Jeppe Hein vorbeiführen, die bis heute im öffentlichen Raum zu sehen sind. Außerdem gibt es Ausstellungen der Künstler Philipp Fürhofer, Andreas Mühe, Ilona Kálnoky und Florian Kolmer.

ALM:KLASSIK – das Gasteiner Kurorchester spielt klassische Musik auf den Almen

Eine wunderbare Ergänzung zur zeitgenössischen Kunst im Ort ist die Alm:Klassik in Bad Hofgastein. Vom 21. August bis 2. September 2017 weicht die Abendrobe den Bergschuhen, der Sekt dem selbstgemachten Holundersaft und der Konzertsaal der urigen Almhütte. Die Alm:Klassik bietet klassische Konzerte auf den Gasteiner Almen. Das traditionsreiche Kurorchester intoniert Werke von klassischen Komponisten und Volksmusikgruppen präsentieren Ausschnitte ihres Repertoires. Alles immer in freier Natur und vor spektakulärer Bergkulisse.

Ein Kurochester mit langer Tradition

Das Kurorchester Bad Hofgastein hat übrigens eine lange und ruhmreiche Geschichte. Seine Wurzeln liegen bei den musizierenden Bergleuten um 1400. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand dann eine sogenannte Ortsmusik, die später zum Kurorchester wurde. Kurorchester wurden in Österreich so zusammengesetzt, dass sie in der Lage waren, sowohl klassische Musik als auch moderne Unterhaltungsmusik auszuführen. Nur noch fünf solcher Kurorchester, auch kleine Philharmonien genannt, gibt es in Österreich.

Schubert in Gastein: Auf den Spuren der Sommerfrische des Komponisten

Eine Hommage an einen der berühmtesten Gastein-Besucher ist das Kulturfestival „Schubert in Gastein“. Der österreichische Komponist Franz Schubert hat eine ganz besondere Verbindung zu Gastein: 1825 reiste er gemeinsam mit Freund und Hofopernsänger Johann Michael Vogl ins Gasteinertal. Inspiriert vom Charme der beeindruckenden Bergwelt komponierte er in dieser Zeit zwei bedeutende Werke: „Die Allmacht“ und „Das Heimweh“. Außerdem widmete Schubert eine seiner Kompositionen dem Tal, die „Gasteiner Sinfonie“ – heute bekannt als Große C-Dur-Sinfonie. Von 14. bis 17. September 2017 wird die Camerata Salzburg Auszüge der bedeutendsten Werke Franz Schuberts präsentieren.