Galicien – Ein Geheimtipp für Genießer

Wer an Spanien denkt, hat meistens nicht sofort Galicien im Kopf, auch wenn jeder die Hauptstadt von Galicien kennt, den berühmten Wallfahrtsort Santiago de Compostela als Ziel des berühmten Jakobswegs. Denn in Galicien im Nordwesten von Spanien am Atlantischen Ozean gelegen ist Spanien überraschend anders. Im Gegensatz zu Sonne, überfüllten Stränden und Meer prägen hier auch grüne Landschaften, Wälder, Gebirgszüge und Fjordlandschaften das Bild. Steile Klippen, charmante Fischerdörfer, aber auch hunderte von weitläufigen Sandstränden, die bei weitem nicht so überlaufen sind, wie die der meisten südspanischen Regionen, prägen die mehr als tausend Kilometer lange Küste Galiciens.

Auch das Klima ist überraschend anders, der Atlantik sorgt ganzjährig mit durchschnittlichen Temperaturen von 15 bis 25 Grad für ein mäßiges Klima.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Megalith-Anlagen und auch die eigene vom Dudelsack geprägte Musik machen deutlich, dass die Kultur Galiciens stark mit dem Keltischen verbunden ist. Auch hat die Region eine eigene Sprache, die eher dem Portugiesischen als dem Spanischen ähnelt.

Es ist eine Region ohne Massentourismus, mit einem einzigartigen Angebot aus landschaftlichen, gastronomischen und kulturellen Erlebnissen, eher etwas für Individualisten und Genießer. Gerade die Genießer schätzen die besonders schmackhaften Seafood-Gerichte an Galiciens Küste, welche von charaktervollen galicischen Weine begleitet werden.

So ist es nicht verwunderlich, dass Galicien von Lonely Planet zum drittbesten Reiseziel von Europa gekürt wurde.

Galicien und seine Gourmet-Highlights
A Coruña

Diese Stadt im Norden hat nicht nur eine tolle gastronomische Szene mit dem besonders empfehlenswerten Restaurant „Bido“, sondern auch viele interessante Sehenswürdigkeiten, wie die mit 13 Km längste Promenade Europas oder der Hercules Tower, der einzige römische Leuchtturm, der heute noch benutzt wird. Auch der traditionelle Fischmarkt, wo Fische und Schalentiere, die am frühen Morgen gefangen wurden, im Hafen verkauft werden, sollte man auf jeden Fall dort besuchen.

Santiago de Compostela

Spaniens berühmtester Wallfahrtsort und neben Rom und Jerusalem bedeutendste Pilgerstätte des Christentums, hat ein stimmungsvolles, historisches Viertel mit engen Gassen. Die Kathedrale ist weithin sichtbar und das Wahrzeichen der Stadt.

Es gibt zwei fantastische Möglichkeiten für gutes Essen in Santiago: „Tafona Casa de Xantar“ und das „O Balado Restaurant“.

Ferrolterra Rías Altas

Am beeindruckenden Küstenabschnitt der Rias Altas mit fjordähnlichen Flussmündungen liegt auch der Fragas do Eume Naturpark, der letzte Atlantikwald in Europa, mit Vegetation so dicht, dass es kaum Licht durch die Baumwipfel scheinen kann. Dieser geheime Wald ist voller Wasserfälle und Quellen. Ganz versteckt in ihm, ist das Caaveiro Kloster aus dem 10. Jahrhundert.

Weiter nördlich liegen die Loiba Klippen mit einer Höhe von 120 Metern, welche laut UNESCO eine der weltweit schönsten Landschaftskulisse bilden.

Am Weg zu den Loiba Klippen liegt auch das Restaurant „A Gabeira“, ganz in der Nähe des Doniños Strands, wo jedes Jahr internationale Surfwettbewerbe stattfinden.

Costa da Morte

Die Costa da Morte (Todesküste) bekam ihren Namen durch die frühere Überzeugung, dass hier am westlichsten Punkt vom europäischen Festland, das Ende der Welt erreicht sei. Über dutzende von Kilometern zieht sie sich mit exotischen Strände, Buchten und Klippen hin. Und an den Kaps von Fisterra, Touriñán und Vilán kann man mit etwas Glück die schönsten Sonnenuntergänge erleben.

Und auch ein Gourmet-Highlight gibt es hier mit dem vom Michelin ausgezeichneten Restaurant „O Retiro da Costiña“ in Santa Comba.

Lugo
Lugo in Galizien
Lugo in Galizien

Die römischen Stadtmauern Lugos wurden im 3. Jahrhundert erbaut und sind größtenteils noch im Originalzustand erhalten.  Auch wenn sie Weltkulturerbe der UNESCO sind, so kann man trotzdem auf ihnen entlanggehen.

Lugo ist einer der besten Orte in Spanien, um Tapas zu genießen. Jede Bar in der Stadt reicht zu den Getränken eine Vielzahl von kostenlosen Tapas zum Probieren. Und wenn man Appetit auf mehr hat, sind besonders zwei Restaurants hier zu empfehlen, das „Restaurant Paprica“ und das „Restaurant España“.

Nördlich von Lugo am Cantabrian Meer befindet sich einer der interessantesten Strände Cathedrals Beach, wo man anhand von Klippen, Felsen und Höhlen sieht, was die Macht der Natur bewirken kann.

Ourense

Die Stadt liegt ganz in der Nähe des Ribeira Sacra, einem 500 Meter tiefen Tal mit kleinen malerischen Weinbergen an seinen steilen Hängen. Durch das Tal fließen Flüsse auf denen man auf Bootstouren entlang dieser einzigartigen Landschaften dahingleiten kann.

In Orenses mittelalterlichen Altstadt lädt das „Nova Restaurant“ zu einem tollen gastronomischen Genuss ein, vielleicht auch nach einem Bad in einer der warmen Thermalquellen von Orense.

Rías Baixas
Pontevedra in Galicien
Pontevedra in Galicien

Ría ist der galicische Name für eine Mündung und Baixa bedeutet niedrig. Rias Baixas ist eine einzigartige Landschaft inmitten dreier spektakulärer fjordähnlicher Flussmündungen, mit historischen Städten, weißen Sandstränden, Inseln und einer erstaunlichen Gastronomie. So wurde Rodas Beach auf den Cíes Inseln mit seinem weißen Sand und kristallklarem Wasser, vor wenigen Jahren als der beste Strand der Welt von The Guardian genannt.

In diesem einzigartigen Mündungsgebiet liegen auch zwei Städte, Pontevedra und Vigo, beide per Zug, Bus oder Autobahn gut verbunden mit Santiago de Compostela.

Pontevedra mit seinen einmaligen religiösen Bauwerken, Gebäuden mit Kolonnaden, schönen Plätzen und restaurierten Herrenhäusern hat eine der schönsten galicischen Altstädte, wo auch die Restaurants „Eirado da Leña“ und „Bagos“ sich befinden.

Galizien Vigo Bateas
Galizien Vigo Bateas

Vigo, die bevölkerungsreichste Stadt Galiciens, wunderschön an der Bucht von Vigo gelegen, wird auch von vielen Kreuzfahrtschiffen besucht. Es ist der ideale Ort für alle Freunde von Austern, Meeresfrüchten und Fisch in allen Variationen. Die kommen auch frisch auf den Tisch im Restaurant „Maruja Limón“.

In Cambados wird der berühmteste galizische Weißwein angebaut, der Albariño, den man in den hiesigen Restaurants „Pandemonium“ und „Yayo Daporta“ kredenzt bekommt.

Aber in der Region Rías Baixas gibt es noch einige andere empfehlenswerte Restaurants, wie das „Silabario“ in TUI mit seiner romanischen Altstadt an der portugiesischen Grenze, oder die Michelin ausgezeichneten Restaurants „Culler de PauI“ in dem spektakulären am Meer gelegenen Dorf Grove und „Pepe Vieira Camiño da Serpe“ und „Casa Solla“, beide in der Nähe von Poio.

Grupo Nove

In allen von mir empfohlenen Restaurants kochen die Spitzenköche Galiciens, die sich zur Grupo Nove zusammengeschlossen haben. Grupo Nove ist eine gemeinnützige Vereinigung der Spitzenköche Galiciens, die sich der Avantgarde-Küche verschrieben haben und diese zu einer besonderen galicischen Avantgarde-Küche weiterentwickeln, welche sich vor allem durch die Verwendung von nachhaltigen und für die jeweilige Jahreszeit typischen galicischen Produkten auszeichnet. Die Gruppe wurde 2003 gegründet, um eine moderne neue galicische Küche zu präsentieren, welche das Beste aus Tradition und Innovation verbindet.

In der Avantgarde-Küche liegt der Fokus im Wesentlichen in der Harmonie von Aromen und Eigengeschmack der Speisen. Hier wird kreatives Kochen mit neuesten Techniken und Hilfsmitteln zum völlig neuen Geschmackserlebnis.  Die Sinne – Tasten, Sehen, Riechen, Schmecken werden bei jedem Gericht angesprochen und lassen so das Essen quasi zu einem kulinarischen Gesamtkunstwerk werden.

Die Grupo Nove verwendet dafür qualitativ hochwertige galicische Produkte, wie Meeresfrüchte, Fisch und Fleisch, die zu den schönsten, exquisiten und natürlichen Gerichten führen. Begleitet werden die Gerichte natürlich von den besten Rot- oder Weißweinen Galiciens, wie zum Beispiel der Albariño.

Heute besteht die Grupo Nove aus 24 Köchen, von denen 17 ihr eigenes Restaurant führen, welche meistens an besonders schönen Orte liegen, wie am Strand oder Klippenrand, mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Küste und Klippen. Sie alle lieben nicht nur was sie tun, sondern kochen mit einer solchen Leidenschaft und Begeisterung, dass es nicht verwundert, dass sie sich inzwischen 8 Michelin-Sterne und 18 Repsol-Sohlen verdient haben.

Und kein Besucher Galiciens sollte verpassen, nicht mindesten eins, wenn nicht sogar noch besser mehrere Restaurants der Grupo Nove Mitglieder zu besuchen, und dieses kulinarische Feuerwerk der Sinne zu genießen.

Auf der Website von Grupo Nove (www.nove.biz)  finden Sie alle Informationen zu den Mitgliedern und auch eine Karte mit den Standorten der Restaurants.

Die galicische Gastronomie war schon immer ein Hauptpfeiler der Kultur des Landes. Nun Dank der Weiterentwicklung durch die Mitglieder der Grupo Nove erst recht.

Wer einen der Spitzenköche von Grupo Nove erleben und treffen möchte ohne direkt nach Galicien zu fliegen, hat am 21. Und 22. Oktober 2017 in Franfurt auf der Kulinart die Gelegenheit dazu. Javier Rodríguez Ponte vom “Taky” repräsentiert dort Galicien auf dem Stand des Spanisches Fremdenverkehrsamt turespana.

Reiseverbindungen nach Galicien

Von Deutschland gibt es von München oder Frankfurt Direktflüge nach Santiago de Compostela. Die Flughäfen von A Coruña und Vigo sind über zahlreiche andere Flugverbindungen erreichbar.

Mehr Informationen zu Galicien unter www.turismo.gal

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