Drei UNESCO-Welterbestätten liegen im „echten Norden“

Bedeutende Bauwerke, einzigartige Landschaften oder historisch einmalige Stätten – besonders sehens- und erhaltenswerte Natur- und Kulturdenkmäler zeichnet die UNESCO als Welterbe aus. Jedes Jahr kommen neue schützenswerte Orte dazu. Deutschland hat 44 UNESCO-Welterbestätten, drei davon liegen in Schleswig-Holstein.

Zehn Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer: Im Watt und am Watt entlang

Die gesamte Nordseeküste hat in diesem Jahr einen ganz besonderen Grund zum Feiern. Vor zehn Jahren wurde das Wattenmeer zum Weltnaturerbe erklärt und gehört damit zu den einzigartigen Naturregionen der Welt – genauso wie zum Beispiel der Ätna, der Grand Canyon oder die Everglades.

Die Orte entlang der schleswig-holsteinischen Wattenmeerküste laden anlässlich des Jubiläums zur Weltnaturerbe-Radtour. Zwischen Dänemark und den Niederlanden ist ein Radlerteam unterwegs, das zwischen dem 19. und dem 26. Juni die schleswig-holsteinische Westküste entlangfährt. Gäste sind herzlich eingeladen, das Team zu unterstützen und die Tour etappenweise mitzuradeln.

Wer das Wattenmeer nicht nur sehen, sondern auch fühlen möchte, geht zu Fuß durch den größten Nationalpark zwischen dem Nordkap und Sizilien. Qualifizierte Führer laden zu (Insel-) Wanderungen zum Beispiel von Amrum nach Föhr ein. Lohnenswert ist auch der Weg durchs Watt vom Festland nach Föhr oder von Dagebüll zu den Halligen Oland und Langeness. www.nordseetourismus.de

Auf Tuchfühlung mit den „Small Five“ in St. Peter-Ording

Schon mal was von den „Small Five“ gehört? Noch nicht? Dann wird es Zeit, diese kennen zu lernen. Das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer ist ihr Zuhause. Strandkrabbe, Wattwurm, Herzmuschel, Nordseegarnele und Wattschnecke gehören zu den kleinsten Wattbewohnern. Nicht nur zum Jubiläumsjahr kann man in St. Peter-Ording alles über das Leben und den Schutzbedarf des empfindlichen Ökosystems erfahren. Vom 17. bis 23. Juni steht zur Naturerlebniswoche mit dem Motto „Zehn Jahre Weltnaturerbe“ auf den verschiedenen Veranstaltungen ein Infowagen mit Sonderinformationen bereit. Am 23. Juni feiert das Seebad zudem ein Weltnaturerbefest.
www.st-peter-ording.de

Lübecker Altstadt – Lebendiges Mittelalter

Um etwas über das Leben im Mittelalter zu erfahren, braucht man nicht unbedingt ins Museum zu gehen. Ein Stadtbummel durch Lübeck reicht schon. Kaum eine andere Stadt in Deutschland ist so gut erhalten wie die „Königin der Hanse“, in der es viele historisch bedeutende Bauwerke anzuschauen gibt. Bereits 1987 hat das internationale UNESCO-Welterbekomitee Teile der Altstadt in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Sieben schon von weitem sichtbare Kirchtürme prägen die Silhouette Lübecks, deren ehemaliger Reichtum als Hansestadt sich immer noch erahnen lässt. Heute ist die vom Wasser umschlossene Altstadtinsel mit dem historischen Stadtkern eines der bedeutendsten Zeugnisse der Backsteingotik.
www.luebeck-tourismus.de/kultur/unesco-weltkulturerbe.html

Danewerk und Handelsplatz Haithabu: Die Welt der Wikinger

Den Ort haben sich die Wikinger vor 1.300 Jahren gut ausgesucht. Zwischen dem Ostseearm Schlei und den Niederungen der Nordsee bei Schleswig gründeten sie ihren Seehandelsplatz mit Namen Haithabu und das Grenzbauwerk Danewerk, zentral gelegen im Zentrum der Handelsnetze zwischen Nord- und Westeuropa. Etwa 300 Jahre lang bildeten die Siedlung und die Wallanlagen der Wikinger den Kern des Grenzraums zwischen dänischem und fränkischem Reich. Zahlreiche Zeugnisse aus dieser Zeit wurden bei archäologischen Ausgrabungen gefunden und sind heute im Museum in Haithabu zu sehen – darunter Schiffe, Schmuck und Gegenstände des alltäglichen Lebens. In rekonstruierten Flechtwandhäusern wie dem Haus des Tuchhändlers oder dem Haus des Fischers kann man sehen, wie die Wikinger im frühen Mittelalter gelebt und gearbeitet haben. Seit 2018 gehören die archäologischen Stätten von Haithabu und Danewerk zum UNESCO-Welterbe. Am 30. Juni 2019 wird das einjährige Jubiläum mit archäologischen Führungen, Kinderprogramm und Bogenschießen gefeiert. Dazu gibt es Musik des dänischen Folk-Duos Helene Blum & Harald Haugaard, der Sheep‘s E-Band aus Schleswig sowie von Von Dü aus Dänemark. www.haithabu.de