Die Zukunft ist grün oder wie werden wir reisen?

Beach Westside in Bali ©Puri Dajuma

Ein Blick in die Geschichte zeigt, Menschen sind immer schon gereist und nahmen dabei viele Strapazen auf sich. In den vergangenen Jahrzehnten wurde Reisen zu einem Bestandteil unseres Alltags. Wir haben uns daran gewöhnt, jederzeit und immer reisen zu können, die weltweite Pandemie hat uns gestoppt und die Welt zum Stillstand gebracht. Was macht das mit uns? Hat Corona unsere Sichtweise grundlegend verändert?

Vorweg- „jein”, Menschen reisen heute deutlich nachhaltiger und interessieren sich mehr für ihren ökologischen Fußabdruck. Dennoch ist nachhaltiges Reisen weiterhin ein Nischenmarkt, der sich allerdings kontinuierlich weiterentwickelt. Mehr Menschen weltweit möchten ihre Reise umweltfreundlich und sozial verträglich gestalten, auch wenn das nicht immer konsequent umgesetzt wird. Diesen positiven Trend haben wir bereits vor der Pandemie beobachten können. Corona sensibilisiert Menschen für das Thema, ob sich daraus auch eine weitere optimistische Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit ableiten lässt, bleibt zu hoffen.

T r a v e l  T r e n d s

Grüne Unterkünfte und Reiseziele

Die Wahl einer nachhaltigen Unterkunft und Reiseziels ist für eine wachsende Zahl von Menschen der erste wichtige Schritt, bewusster zu reisen.

Unsere Green Pearls® Partner verzeichnen ein großes Interesse der Gäste an nachhaltigen Themen und eine größere Nachfrage nach grünen Erlebnissen vor Ort.

Abseits ausgetretener Pfade

Die Wahl von Reisezielen und Orten, die nicht überlaufen und weniger bekannt sind, geben Reisenden die Chance, authentische und erfüllende Erfahrungen zu machen.

Reisen außerhalb der Saison

Reisen in der Neben- oder Zwischensaison werden immer beliebter. Sehenswürdigkeiten sind nicht überlaufen und Touristen haben so die Möglichkeit, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen und die Reiseziele besser kennenzulernen. Im Zeichen des fortschreitenden Klimawandels gibt es keine eindeutige Wetterprognose mehr, sodass in vielen Ländern dieser Welt das Wetter auch in der Nebensaison gut ist.

Lokale Begegnungen

Die Nachfrage nach Reisen, die lokale Erfahrungen vermitteln, steigt rasant. Gerade für die jüngere Generation geht es beim Reisen um Begegnungen mit Einheimischen, anderen Kulturen und Traditionen und um Erfahrungen, die auch zu Hause noch Anwendung finden.

Fliegen und Umwelt

Die Flight-Shaming-Bewegung bringt Menschen dazu, über ihr Flugverhalten nachzudenken, sodass mehr Reisende den Zug als Transportmittel zumindest für kürzere Strecken bevorzugen. Es geht nicht darum, nicht mehr zu fliegen, sondern den Aufenthalt in Relation zu dem verbrauchten CO2 zu setzen. Um Fliegen umweltfreundlicher zu machen, wird an alternativen Biotreibstoffen geforscht.

Jose Koechlin Inkaterra ©JK Ultima
Green Pearls® Hotelier José Koechlin von Stein von Inkaterra, Peru, sagt Folgendes dazu: 
Wie wird sich Ihrer Meinung nach das Reiseverhalten durch Corona ändern?

Der Tourismus ist nicht nur eine Quelle der Inspiration, sondern auch ein Menschenrecht. Wir Menschen müssen reisen, uns bewegen, die Vielfalt von Kultur und Natur im Ausland erleben. Reisen macht uns weiser und sensibler. Es erlaubt uns, uns frei zu fühlen. Irgendwann wird COVID verblassen, aber unsere Bucketlist nicht.

Die Reisenden werden nach sinnvollen Erfahrungen suchen, um zu lernen und sich wieder mit der Natur und den lokalen Kulturen zu verbinden. Es wird ein Bedürfnis nach Einsamkeit geben, ein sehr knappes Gut heutzutage und ein Engagement für eine positive soziale und ökologische Entwicklung. Besondere Erlebnisse und Erfahrungen stehen im Vordergrund, von denen viele bereits heute von Inkaterra gefördert werden, zum Beispiel Vogelbeobachtung, lokale Gastronomie oder akademischer Tourismus.

Gesegnet mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt und einer 55 Jahrhunderte alten Geschichte hat Peru alles, um die Sehnsüchte zu erfüllen, die die Reisegesellschaft bewegen.

Ecofarm Inkaterra Hacienda Urubamba
Welche nachhaltige Vision haben Sie für die Zukunft Ihres Hotels?

Seit 1975, als wir noch Pioniere des Ökotourismus in Peru waren, hat Inkaterra eine Kultur der Nachhaltigkeit in seiner DNA. Nachhaltige Entwicklung ist der Kern unseres Geschäfts; Ökotourismus ist das Mittel, um unser Ziel zu erreichen. Der aktuelle Kontext treibt uns an, uns auch weiterhin für die wissenschaftliche Forschung als Grundlage für die Erhaltung der Artenvielfalt und das Wohlergehen der lokalen Gemeinschaften einzusetzen. Mehr denn je müssen wir unser kulturelles und natürliches Erbe für künftigen Generationen bewahren.

So hat beispielsweise die NGO Inkaterra Asociación eine strategische Allianz mit dem multinationalen Getränkekonzern AJE Group, der Green Initiative und dem Rathaus von Machu Picchu geschlossen, um die Sehenswürdigkeit Machu Picchu zum ersten Co2 neutralen Weltwunder zu machen – ein replizierbares Modell einer Kreislaufwirtschaft durch nachhaltige Bewirtschaftung fast aller festen Abfälle.

Darüber hinaus zielt unser Joint Venture mit der Smithsonian Institution darauf ab, die genetische Verbindung innerhalb des Madre de Dios-Regenwalds im südöstlichen Amazonasgebiet von Peru durch einen 84.000 Hektar großen nachhaltigen Landschaftskorridor vom unteren Madre de Dios-Fluss bis zur Grenze zwischen Peru und Bolivien wiederherzustellen. Eine Initiative, um die Auswirkungen des illegalen Bergbaus durch Wiederaufforstung zu mildern und neue nachhaltige Einkommensquellen zugunsten der lokalen Gemeinschaften zu schaffen.