Die schönsten Wege zum Wein

Wer Wein liebt, kommt an Niederösterreich nicht vorbei. Weinwandern in Österreichs größtem Weinbaugebiet, das heißt: Am Aussichtsbankerl sitzen und beim Blick ins Land den Alltag hinter sich lassen. In Begegnung mit der Natur wieder in die eigene Mitte kommen – in so prachtvollen Kulissen wie der Wachau, dem Kremstal, Langenlois oder auf dem 3-Schwestern-Weg von Kellergasse zu Kellergasse. Und vor Ort erleben, was Genuss wirklich heißt – Schritt für Schritt und Schluck für Schluck.

Der Weg ist das Ziel! Ein Credo, wie maßgeschneidert für den, der das Weinland Niederösterreich erkunden möchte. Und zu erkunden gibt es vieles in Österreichs größtem Bundesland: einzigartige Landschaften, wertvolle Kulturschätze, exquisite Gaumenfreuden und natürlich wunderbare Weine. Mit 28.000 Hektar Rebfläche ist Niederösterreich auch Österreichs größtes Weinbaugebiet. Seit über 3.000 Jahren ist der Wein Schätzungen zufolge in Niederösterreich zu Hause. Daraus kultivierte sich eine Weinkultur, die in dieser Form weltweit einzigartig ist. Entlang der Weinstraßen erzählen Weinorte, Winzer und edle Weine spannende Geschichten davon.

Wachau: Weltkulturerbe an der Donau
Welterbesteig ©Donau Niederösterreich, Andreas Hofer

2020 feiert die Wachau ein ganz besonderes Jubiläum: Seit 20 Jahren gehört die faszinierende Wein- und Kulturlandschaft an der Donau, an deren sonnigen Ufern sich schon die Römer zuprosteten, zum UNESCO Weltkulturerbe. Und das mit gutem Recht. Denn das rund 30 Kilometer lange enge Donautal zwischen Melk und Krems ist ebenso schützenswert wie atemberaubend schön. Auf den von Menschenhand geschaffenen Terrassen zur Kultivierung der besten Steillagen, wachsen seit Jahrhunderten Weine von Weltruf: Elegante Rieslinge mit zarten Aromen von Marillen und Weingartenpfirsichen und feinwürzige Grüne Veltliner sind die Hauptdarsteller im Wachauer Wein-Ensemble.

Ein hübscher Flecken Erde und wie gemacht, um ihn sich mit allen Sinnen zu erwandern. 180 Kilometer lang ist der Welterbesteig Wachau und in 14 Etappen unterteilt – eine bezaubernder als die andere. Gewandert wird hier höchst komfortabel, denn das Gepäck wird von einem Quartier zum nächsten transportiert. Und die Gastgeber sorgen mit einer Wanderjause aus regionalen Produkten für die Verpflegung unterwegs. Die Weinwanderer durchqueren bekannte Rieden wie Achleiten oder Tausendeimerberg und entdecken das mittelalterliche Städtchen Dürnstein mit seiner Burgruine hoch über der Donau, in der einst der englische König Richard Löwenherz unfreiwilliger Gast war. In Weißenkirchen, dem Zentrum des Wachauer Weinbaus lässt es sich entspannt durch die malerischen Gassen schlendern. Und im alten Winzerort Spitz mit seinen Renaissance- und Barockhäusern wird der Aufstieg zum berühmten „Roten Tor“ mit einem traumhaften Panoramablick belohnt. Zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung geht es gemütlich mit der Donaufähre. Jetzt heißt es nur noch: Anker los und genießen!

www.niederösterreich.at/wachau bzw. www.welterbesteig.at

Weinwandern Wachau ©Niederösterreich Werbung Andreas Jakwerth
Weitwanderweg Kremstal-Donau: Wein soweit das Auge reicht

In einen charmanten Schmelztiegel aus Natur, Kultur und Wein taucht man als Besucher des Kremstals ein, das geografisch an die Wachau anschließt. In 15 Etappen ist der neue Weitwanderweg Kremstal-Donau unterteilt, Ausgangspunkt ist Krems an der Donau. Die Stadt spannt einen eleganten Bogen von ihrer langen Geschichte als Wein- und Donauschifffahrtsmetropole hin zu ihrer Gegenwart als moderner Genuss- und Kulturhotspot. Für die neue Landesgalerie mit ihrer spektakulären Architektur der Brüder Marte sollte man nach Möglichkeit einen Zwischenstopp einplanen. Auch ein Abstecher zur Gozzoburg am Hauptplatz von Krems lohnt – am besten gleich mit einer Führung durch das prachtvolle mittelalterliche Stadtpalais. Gegenüber der Stadt Krems thront auf 449 Metern das Benediktinerstift Göttweig: Seit 1083 beten und arbeiten Mönche auf dem Göttweiger Berg – letzteres höchst erfolgreich auch im Weinbau, wie man bei einer Besichtigung des Stiftes erfährt. Alles um den Wein dreht sich auch in der Rohrendorfer Kellergasse, 1.650 Meter lang und mit 72 Presshäusern und Kellerröhren Österreichs längste Kellergasse. Wenn von April bis Oktober die „offenen Kellertüren“ zu einer unkomplizierten Einkehr locken, lässt sich hier bei einem guten Glas wunderbar die Seele baumeln.

www.donau.com/de/wachau-nibelungengau-kremstal/ausflug-bewegen/bewegung/weitwanderweg-kremstal-donau/

Langenlois: ungewöhnlicher Unterricht im Weingarten

Dechant, Käferberg, Steinhaus und Schenkenbichl sind die bekannten Langenloiser Rieden. Hier entlang führt auch der Weinweg Langenlois, der nicht nur landschaftlich traumhaft schön, sondern höchst lehrreich ist. Die hiesigen Weinbauern haben es sich zur Aufgabe gemacht, Besuchern den herausfordernden „Arbeitsplatz Weingarten“ näherzubringen und sie in den Alltag der Winzer einzutauchen zu lassen. Der „Unterricht“ erfolgt mit teils unorthodoxen Objekten entlang des Weges: so bohrt sich ein meterlanger Regenwurm durch den Weingarten und begleitet das Thema Bodenbearbeitung, aus einem riesigen Sektrüttelpult wird eine Aussichtsplattform und eine Schaukel lädt zur Wetterbeobachtung. Durstig muss am Weinweg Langenlois niemand bleiben, denn als besonderes Extra für die Weinwanderer warten sogenannte „Weinsafes“ entlang der Route. In drei Weingartenhütten stehen gut gekühlte Wein- und Sektflaschen zur Verkostung bereit. Schlüssel und Degustationssets dazu bekommt man bei den Ausgangspunkten.

www.langenlois.at/wein/weinweg-langenlois.html

3 Schwestern-Weg: Von Kellergasse zu Kellergasse

Wer ist die schönste von uns? Eine Frage, die sich Schwestern schon manchmal stellen. Bei den drei Weinviertler Gemeinden Falkenstein, Poysdorf und Herrnbaumgarten ist das nicht anders – drei Weinorte wie drei Schwestern, die durch den Wein verbunden und dennoch grundverschieden sind. Der Wanderweg zwischen den drei Orten führt durch pittoreske Kellergassen, satte Weinrieden und schattige Waldstücke. In Poysdorf, der Stadt der Traube, sollte man einen Besuch im Vino Versum einplanen. Tief unter der Brünner Straße geht es durch eine Kellerröhre zum barocken Bürgerspital mit romantischem Freigelände samt Weingarten. Eingerichtete Presshäuser, ein Keller voller Fässer und das Poysdorfer Pressenmuseum zeigen die Entwicklung des Weinbaus bis in die Gegenwart. Das romantische Örtchen Falkenstein wird überragt von einer mächtigen Burgruine aus dem 11. Jahrhundert. Bei einer Führung geben die alten Mauern so manches unerwartetes Geheimnis preis, wie zum Beispiel eine maßstabsgetreue Sträflingsgaleere im Innenhof der Burg. Die ungewöhnlich bunte und belebte Kellergasse von Falkenstein ist auch Heimat des Falkensteiner Berggerichts, das seit dem Mittelalter für die Qualität der Falkensteiner Weine steht. In Herrnbaumgarten schließlich machen nicht nur die Wanderer, sondern auch die Vernunft gerne eine kurze Verschnaufpause. Der kleine Ort beherbergt nämlich das Nonseum, eine Sammlung von absolut unbrauchbaren Erfindungen. Auf 700 m2 staunt der Besucher über Kuriositäten wie den ausrollbaren Zebrastreifen, den halbautomatischen Nasenbohrer oder eine historische Knopflochsammlung.