Auf den Top Trails of Germany durch den Frühling

Goldsteig ©Andreas-Hub-und-Michael-Körner

Endlich wird es wärmer, die Bäume blühen und man kann wieder raus ins Freie. Die Top Trails of Germany, Deutschlands 13 Spitzenwanderwege, erschließen die schönsten Regionen des Landes und laden zu Frühlingstouren in Gegenden ein, die noch als Geheimtipp gelten.

Goldsteig: Frühlingsduft und Panoramablicke im Murnthal

Von Neunburg vorm Wald (Goldsteig-Etappe S 9) aus führt die Rundwanderung auf einer ehemaligen Eisenbahnlinie durch den kleinen Ort Kröblitz und folgt dann links dem Lauf des Flusses Schwarzach bis nach Hammerkröblitz. Tipp: Ein Abstecher zum Druidenstein, einem bedeutsamen Naturdenkmal, ist hier ein Muss. Anschließend verlässt man rechts die Straße und biegt in ein Waldstück ein. Der herrliche Panoramaweg mit Blick auf die unterhalb fließende Schwarzach endet auf dem Aussichtsplateau „Kupferplatte“. Nach einem traumhaften Ausblick ins frühlingshafte Murnthal wird die Wanderung durch eine romantische Waldlandschaft bis zur Rastkapelle und zum Burgstall am Warberg (542 m) fortgesetzt. Anschließend geht es bergab nach Unterwarberg, Mitteraschau und entlang der Ascha zur Leinmühle. Am idyllisch gelegenen Bürgerweiher lädt eine Sitzbank zum Träumen ein. Nach kurzer Rast führt der Weg zurück in Richtung Neunburg vorm Wald durch Unteraschau, über den Kalvarienberg, am Erlebnisfreibad vorbei in den Stadtpark.

Wanderer am Rothaarsteig
Rothaarsteig: Frühling vom Feinsten

Auf der Rothaarsteig-Spur Wacholderweg gibt es Frühling vom feinsten. Rund 50 Schmetterlingsarten leben in den Wiesen der Naturschutzgebiete rund um Dillenburg-Donsbach und ab Mitte Mai blühen hier sogar wilde Orchideen. Die Krönung der Rothaarsteig-Spur bildet der Kornberg. Die beeindruckende Aussicht kann dort ganz entspannt in einer Rothaarsteig Waldschaukel oder durch einen Landschaftsrahmen genossen werden. Wer nach dem langen Winter einen Frischekick braucht, darf sich unterwegs auf die „Waat-Tret-Anlage“ mit Barfußpfad freuen. Die Rothaarsteig-Spur Wacholderweg ist mit ihren 16 Kilometern eine ideale Tagestour. Wer mehr wandern möchte, findet in direkter Umgebung weitere Rothaarsteig-Spuren.

Schluchtensteig: Panoramawandern im Südschwarzwald

Direkt auf dem Schluchtensteig lockt eine Panoramaaussicht. Wer zum ersten Mal vom Ibacher Panoramaweg über das Hochtal blickt, dem geht das Herz auf: Natur wohin man schaut. In Ibach, das ebenso verstreut wie verträumt in der weiten Landschaft liegt, taucht man in die typische offene Landschaft des Hotzenwaldes ein. Artenreiche, unter Naturschutz stehende Bergwiesen sind mit Wildblumen durchsetzt und immer wieder ergeben sich Panoramaaussichten bis in die Schweizer Alpen. Auf dem Talgrund durchfließt der Ibach die frischen Mähwiesen, leicht erhöht dazwischen in lockeren Streusiedlungen die mächtigen Dächer alter Schwarzwaldhäuser und die über 300 Jahre alte Pfarrkirche. Der knapp 12 Kilometer lange Rundwanderweg entfaltet besonders im Frühjahr seinen idyllischen Charme.

Weserbergland-Weg: Saftige Wiesen, bunte Blüten und ein einzigartiges Naturerlebnis

Die sechste Etappe des Weserbergland-Weges beginnt in Silberborn. Oberhalb des heimeligen Ortes führt der Weg Wanderer zum 63 Hektar großen, und mittels eines Holzsteges erschlossenen Hochmoor Mecklenbruch: Ein einzigartiges Naturerlebnis zu jeder Jahreszeit. Hinaus aus dem Wald führt der Weserbergland-Weg bergab ins idyllische Hellental: Hier warten saftig grüne sowie blühende Wiesen, Kühe mit Kuhglocken, summende Bienen und zirpende Heuschrecken auf die Wanderer – so manch einer verspürt einen Hauch von alpinem Flair. Weiter entlang des Waldrandes, vorbei an Getreidefeldern und weiten Wiesen führt der Weg über Merxhausen und Heinade hinauf auf den Holzberg mit traumhaftem Ausblick auf das Etappenziel: Stadtoldendorf – ein beschauliches kleines Fachwerkstädtchen mit vielen kleinen Gassen, die zum Entdecken einladen.

WesterwaldSteig: Wo der Wind die Weite sucht

Die Basalthochflächen des Hohen Westerwaldes halten für die Wanderer auf der zweiten Etappe des WesterwaldSteigs von Breitscheid nach Fuchskaute weite Ausblicke bereit. Ziel ist die höchste Erhebung des Westerwaldes, die Fuchskaute. Feuchtwiesen und Hochflächen mit kleinen Fichtenwäldern und Windschutzstreifen lassen Wanderer die große Weite spüren. Für das Feuer der Siegerländer Eisenwerke fielen hier einst die Wälder. Weites Land entstand und dem Wind gefällt die Gegend bis heute. Vom Bartenstein genießt man den Fernblick und staunt über die mystischen Felsen. Wunderliche Geschichten aus grauer Vorzeit erzählen von einem keltischen Barden und Opfersteinen, auch von den Kolkraben, den germanischen Göttervögeln, die einst ihre Runden hier drehten und dem Ort Rabenscheid seinen Namen gaben. Goldgelbe Blüten der heilsamen Arnikapflanze säumen den Weg ebenso wie Fichtenwälder und die Gräser der Wildblumenwiesen.

Eifelsteig: Vom Kloster Steinfeld nach Blankenheim

Start der Etappe sechs ist das mittelalterliche Kloster Steinfeld. Direkt nach den Klostermauern geht’s es ins Tal des Gillesbaches. Der anschließende Anstieg auf den Königsberg belohnt Wanderer mit einer Aussicht auf die weithin sichtbaren Türme des zurückliegenden Klosters Steinfeld. Behütet von dichten Baumkronen geht es weiter zum Flüsschen Urft, das sich durch die Talauen schlängelt. Wasser ist der Ursprung des Lebens – schon die Römer wussten diesen besonderen Naturschatz zu schätzen und schützten ihn hier am Grünen Pütz. Um das kostbare Eifel-Wasser sicher nach Köln zu bringen bauten die Römer sogar eine eigene Leitung. Kurz darauf wird man im Frühjahr von Knoblauchduft umhüllt, denn der Weg führt durch einen beeindruckenden Bärlauch-Buchenwald. Weiter geht es durch Nettersheim mit dem Naturzentrum Eifel und Einkehrmöglichkeiten, wie Café Bäckerei „Zur Römerquelle“, für eine Rast. Wenig später kann man einen Abstecher zur römischen Tempelanlage Görresburg machen. Wenig später kann man einen Abstecher zur römischen Tempelanlage Görresburg machen. Durch Wiesen und Auen, vorbei an farbenprächtigen Schmetterlingen geht es nach Blankenheim und der imposanten Burg. Laut Funden stand hier ursprünglich ein römisches Kastell, dann wurde eine mittelalterliche Burganlage gebaut, die später auch barocke Elemente erhielt. Heute befindet sich in der Burg die Jugendherberge. Im mittelalterlichen Ortskern von Blankenheim kann man zum Ausklang des Tages zwischen Fachwerkhäusern schlendern.

Heidschnuckenweg: Durch den Wacholderwald ‐ Etappe 10

Ein Stück führt der Heidschnuckenweg am Fliegerhorst entlang. Dann passiert er das Heidedörfchen Schmarbeck mit seinen alten Höfen unter mächtigen Eichen. Der Wacholderwald liegt auf einer Bergkuppe. Der sandige Pfad umkurvt die unzähligen Wacholder, die hier in allen erdenklichen, teils bizarren Formen zur Sonne streben. Nach der Überquerung des Baches Schmarbeck zweigt die Variante des Heidschnuckenweges ab, die direkt über den Heidesee am ehemaligen Kieselgur‐Abbaugebiet Oberohe in die große Neuoher Heide führt. Das Blöken der Schnucken ist unüberhörbar. Am Waldrand mit hübschem Blick auf die Heide zieht der Weg seine Spur. Dann verschwindet er als Pfad im Laubwald. Weiter geht es zur Südseite des Haußelbergs, es folgen Waldeinsamkeit, sandige Wege, Laubwald und Nadelwald – bis sich die Neuoher Heide öffnet.

Westweg-Schwarzwald: Rund um den Titisee

Am berühmten Titisee trennt sich der Westweg in zwei Hauptstrecken. Während die westliche Route über den Feldberg, den Belchen und den Blauen Basel ansteuert, verläuft die östliche Route südlich am höchsten Schwarzwaldberg vorbei, überschreitet das Herzogenhorn und den Blössling, um über den geologisch interessanten Dinkelberg die Schweizer Stadt am Rheinknie anzusteuern. Von der Kalten Herberge folgt der Westweg der östlichen Seite der Schwarzwaldhochstraße. Beim Lachenhäusle verliert sich der Blick im tief eingeschnittenen Simonswälder Tal. Mit herrlicher Aussicht nach Süden umrundet der Weg den Doldenbühl und steuert nun über die aussichtsreiche Fahrenhalde die unscheinbare Weißtannenhöhe an. Rechts unten liegt Breitnau, überragt vom Horizont füllenden Feldbergmassiv. Über die Fürsatzhöhe und das urige Wanderheim Berghäusle führt der Weg hinab zum Oberaltenweg mit seinen typischen Schwarzwaldbauernhäusern. Die westliche Variante um den Titisee folgt dem Uferlauf nach Westen und steigt auf die Keßlerhöhe. Von dort ist es ein Katzensprung bis zum Turm der berühmten Adlerschanze hoch über Hinterzarten, der Heimat der erfolgreichen „Schwarzwaldadler“. Vom Scheibenfelsen führt ein schmaler Pfad steil abwärts nach Oberzarten.

Albsteig: Von Burgruinen und Höllenlöchern

Nach dem ersten und einzigen Anstieg der Etappe 9 auf dem Albsteig – es geht hinauf auf die Bassgeige – reiht sich ein Highlight an das nächste. Aussichtspunkte mit beeindruckender Weitsicht bereiten auf die wuchtige Burgruine Hohenneuffen vor, bei der sich eine Besichtigung lohnt. Der Blick von hier oben ist atemberaubend. Außerdem bietet sie eine schöne Einkehrmöglichkeit. Auf den 23 Kilometern geht es vor allem über naturnahe Pfade und beruhigende Waldwege. Der Aussichtspunkt „Buckleter Kapf“ und die sehenswerten Höllenlöcher liegen dann zum Abschluss auf dieser Route, bevor es nach Bad Urach hinuntergeht. Das Kurstädtchen mit Thermalbad bietet eine schöne Altstadt mit viel Fachwerk und zahlreiche Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Ein moderates Auf und Ab gestaltet die Tour sehr abwechslungsreich.

Altmühltal-Panoramaweg: Kunst, Geschichte und Naturerlebnisse

Startpunkt der Tour zwölf Kilometer langen „Traumschlaufe“ am Altmühltal-Panoramaweg ist der Wanderparkplatz „Hessental“ zwischen Eichstätt und Landershofen. In einem Talkessel liegt das Figurenfeld von Alois Wünsche-Mitterecker, ein eindrucksvolles Mahnmal gegen Krieg und Gewalt. Durch Felder, Wiesen und Wald geht es weiter, bis kurz vor Buchenhüll die ersten Steinsäulen des historischen Kreuzweges, Zeugnisse christlichen Glaubens von 1591, auftauchen. Später öffnet sich ein weiter Ausblick über das Tal hinüber zum Römerkastell Castra Vetoniana oberhalb Pfünz. Und auf der den letzten Kilometern wandert man mit dem Altmühltal-Panoramaweg durch herrlich offene und sonnige Wacholderheiden entlang der Altmühlleiten zurück nach Landershofen und wieder zum Ausgangspunkt.  Je nach Wetterlage finden sich im Frühjahr – meist zwischen Ende März und Mitte April – die zarten Küchenschellen zuhauf auf den Wacholderheiden im Altmühltal. Die Küchenschelle, auch Kuhschelle genannt, ist als gefährdet eingestuft und gilt als besonders geschützte Art.

Hermannshöhen: Durch lila Leberblümchen

Es gibt nur wenige Vorkommen der zierlichen lilafarbenen Leberblümchen in Deutschland. Eines davon liegt am Jakobsberg in Steinhagen, ganz nah an den Hermannshöhen. Ein ideales Ziel für eine schöne Frühlingswanderung. Bärlauch, Waldmeister, Lerchensporn – diese Frühblüher findet man an mehreren Wegstrecken der Hermannshöhen, aber die kleinen, zierlichen Leberblümchen, die sich im März und April aus dem Winterboden bei Steinhagen recken, sind schon etwas Besonderes. Wenn man welche findet, dann auf kalkhaltigen Böden wie im Teutoburger Wald. Auf dem Leberblümchenweg, einer vier Kilometer langen Wanderroute oberhalb von Steinhagen, geht es zum Naturschutzgebiet Jakobsberg, in dem die Pflänzchen zu finden sind. Ganz interessant: Je mehr Blätter die Blüten haben, desto älter ist die Pflanze. So findet man 4-blättrige zierliche, kräftig lilafarbene Blüten ebenso wie 10-12-blättrige in zarten Fliedertönen. Den Wanderweg kann man gut als Ergänzung zu Etappe 6 der Hermannshöhen wandern, oder man kommt direkt nach Steinhagen, um nur die kurze Rundtour zu wandern. Neben den Leberblümchen ist eine Einkehr in der urigen Rock-Kneipe „Friedrichshöhe“ ein echtes Highlight.

Kammweg Ergebirge-Vogtland: Durch tiefen Fichtenwald und Naturschutzgebiete

Der Kammweg Erzgebirge-Vogtland führt öfter am deutsch/tschechischen Grenzweg und zum Teil am klaren Grenzbach entlang. Hier wächst viel Fichten- und Mischwald, und die ungewohnte Stille wird nur vom Summen der Bienen und Vogelgezwitscher beeinflusst. Wanderer streifen auf der Etappe neun und zehn die Flächennaturdenkmale Börnerwiese und Himmelswiese, welche durch die Blütenvielfalt Idylle für seltene Schmetterlingsarten und Insekten sind, passieren hin und wieder kleine, heimelige Siedlungen und genießen die Urtümlichkeit des Waldes und der dichten Natur. Unterwegs laden Rastplätze mit Stollenmundloch, Brunnen oder ein Seerosenteich mitten im Wald zum Verweilen, Picknicken und Träumen ein. Anfangspunkt ist in 1215 m Höhe der Kurort Oberwiesenthal. Der mitunter einsame Weg führt stetig bergan nach Rittersgrün und dann wieder grenznah auf und ab nach Johanngeorgenstad, in die vom Bergbau geprägte Stadt des Schwibbogens. Wer beide Etappen geht, wandert rund 24 Kilometer, entspannter bis Rittersgrün nur 14. Gern schnüren wir Ihr Rundum-sorglos-Paket für unbeschwertes Wandervergnügen auf dem Kammweg. Info: www.kammweg.de

Harzer-Hexen-Stieg: Unterwegs auf dem WasserWanderWeg

Der Harzer-Hexen-Stieg bietet nicht nur Fernwandern voller Geschichten, er ist auch Ausgangspunkt zahlreicher idyllischer Rundwege, wie etwa dem WasserWanderWeg BuntenbockerTeiche. Die Strecke ist nur knapp sechs Kilometer lang und damit bestens geeignet, für eine der ersten Frühlings-Touren durch die blühende Natur. Am Weg liegen zahlreiche Wassergräben und versteckte Wasserläufe. Im Sommer lässt sich baden, wandern, Rad fahren oder angeln. Die zum UNESCO-Welterbe gehörenden Bergbauteiche und Wassergräben der Oberharzer Wasserwirtschaft verwandeln die Clausthaler Hochfläche in eine wunderschöne Wasserlandschaft, die einst die Bergwerke der Region mit Wasserkraft versorgten.

Mehr dazu und eine Übersicht der Fotos (die wir gerne in highres zusenden) unter: https://www.top-trails-of-germany.de/magazin/wanderstart-in-den-fruehling/